Melbournes Federation Square – von unbeliebtem Enfant Terrible zum preisgekrönten Treffpunkt und Eventspace

Melbournes Skyline vom Federation Square aus

Melbournes Sehenswürdigkeiten aus anderer Perspektive. Jeder kennt die Hauptattraktionen Melbournes. Aber welche Geschichte steckt hinter ihnen? Wir möchten , dass unsere Leser und Leserinnen mehr über sie wissen und die Orte nicht nur als  Touri-Hotspot fürs (Reise-)Fotobuch auflisten. Heute geht es um den preisgekrönten Federation Square, der 2002 offiziell eröffnete und anfangs stark umstritten sowie gar als häßlich verschrien waren, jetzt aber zu den Top Ten besten “Public Places” der Welt gehört.

Melbournes City Square bei Planung vergessen

Der Federation Square ist einer der Orte in Melbourne, von dem mit größter Sicherheit,  jeder schon einmal gehört hat und der auf dem traditionellen Land der Kulin Nation liegt. An der Kreuzung der Flinders Street und Swanston Street, gegenüber Flinders Street Station, befindet sich der zetrale Ort für Musik- und Filmveranstaltungen, Festivals aller Art, Kunst und Kultur – ein Platz der Begegnungen oder “People´s Place” wie er angedacht war.

Den Anstoß zum Bau des Federation Square brachte die Überlegung, dass Melbournes Stadtzentrum ohne einen öffentlichen, zentralen Platz gebaut wurde. Dieser wurde im Stadtbild allerdings kläglich vermisst. Deshalb begann in den 1960er Jahren die erste Planung eines öffentlichen Veranstaltungsplatzes. Die Stadt Melbourne entschied, dass der beste Ort für einen City Square nahe des Rathauses an der Ecke Collins Street und Swanston Street sein würde. Aber nach nur mäßigem Erfolg wurde der Platz in den 1990er Jahren zu einem eher langweiligen Vorplatz eines Hotels umfunktioniert.

Preisgekrönte Architektur aus Melbourne am Federation Square

1996 kündigte der damalige Premierminister Jeff Kennett den Abriss von Gas- und Kraftstoffgebäuden an, die auf dem heutigen Federation Square standen. Dort, wo früher unter anderem ein Fischmarkt und ein unattraktiver Railway Yard standen, so entschied man, sollte jetzt eine ästhetische, freundlich-moderne und einladende Begegnungsstätte für die Öffentlichkeit und ein künstlerischer Raum erschaffen werden. Es wurde ein Architektur-Wettbewerb ins Leben gerufen.

Baukosten um das Vierfache höher als geplant

Lichtspiele am Federation Square in Melbourne

177 Einsendungen trafen aus der ganzen Welt in Melbourne ein. Den Zuschlag bekamen letztlich zwei Designer aus London, die mit einem Architektur Studio in Melbourne und einer Landschaftsarchitekturfirma aus den Niederlanden zusammenarbeiteten.

Für den Bau veranschlagten die Stadt zwischen 110 und 128 Millionen US-Dollar. Gekostet hat das Ganze im Endeffekt mehr als das Vierfache der geplanten Baukosten: stolze 467 Millionen US-Dollar. Kein Wunder, dass es viel Kritik hagelte, denn das Land und die Stadt Melbourne waren die Hauptkostenträger des Baus und somit zahlten die Steuerzahler.

Eröffnet wurde der Federation Square am 26. Oktober 2002. Unglücklicherweise ein Jahr später als geplant: Eigentlich sollte es eine pompöse Eröffnungsfeier im Jahr 2001 geben, anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Australischen Föderation.

Outback spiegelt sich im Kopfsteinpflaster wider

Das Design des Federation Square besteht aus verschiedenen Gebäudearten, einem Wintergarten und Freiflächen. So genannte „Scherben“ sind vertikale freistehende oder angebaute Teile des Gebäudes. Sie enthalten hauptsächlich Treppen oder Aufzüge und rahmen den Federation Square ein. Versteckte Gassen verbinden den Federation Square und die umliegenden Straßen . Auch der Weg zum Yarra River ist leicht durch eine Gasse zu erreichen.

Die Bepflasterung des Platzes ist ein Kunstwerk an sich. Entworfen von Paul Carter zeichnet es mit ockerfarbenen Pflastersteinen Bilder des Outbacks. Einer der wichtigsten Bestandteile des Federation Square ist der große Bildschirm, auf welchem viele Sportereignisse wie beispielsweise das AFL -Finale oder der Euro-Songcontest übertragen werden. Die Leinwand ist derzeitig die größte öffentliche Fernsehbildschirm in ganz Australien. Besonders ist auch die Architektur des Federation Squares. Es wurde viel Metall verbaut, die Fassaden sind nur teilweise durch Glaselemente unterteilt.

Von Lunchtime Meditation bis hin zu Tai Chi - jeden Tag gibt es verschiedenen Aktivitäten am Federation Square in Melbourne

In den Gebäuden findet man das Ian-Potter-Centre, ein Teil der National Galerie of Victoria, in dem Aboriginal und moderne australische Kunst ausgestellt sind, den Koori Heritage Trust, die „Deakin Edge“- ein gläsernes Amphit-Theater, das für Konzerte und Vorträge genutzt wird, d, dem Australischen Zentrum für bewegte Bilder (ACMI), sowie die SBS Fernseh- und Radiobüros. Außerdem gibt es Restaurants und Cafés wie etwa Taxi Kitchen und das japanische Restaurant Chocolate Buddha. Zu dem finden am Fed Square von Lunchtime Mediation bis hin zu Büchermärkten etliche Events auf dem Platz statt.

Einer der “Top Ten best Public Spaces” weltweit

Seit 2002 gibt es den Federation Square

Grundsätzlich waren Melburnians nicht allzu begeistert von ihrem neuen Stadtplatz. Nicht nur wegen der immensen Kostenübersteigung des Baus, auch auf Grund seiner unpopulären Architektur und der Verzögerung des Baus. Der Groll ihm gegenüber dauerte allerdings nicht allzu lang und Melburnians sowie Touristen begannen den Platz sowie das Gebäude zu lieben.

Seit seiner Eröffnung hat der Fed Square, wie er mittlerweile liebevoll und Zeit sparender genannt wird, laut Federation Square Verwaltung, 100 Millionen Besuche erzielt. Zudem gilt er als sechs bester “Public Space” der Welt.

Text: Michelle Schneider, Copyright Deutsche in Melbourne 2021 – Kontakt & Anfragen: claudia@deutscheinmelbourne.net

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