Kids mit zwei Nationalitäten: “Build a bridge and get over it”

Deutschsprachige Kinder, die in Australien aufwachsenLeben in zwei Welten: Kids, die in Australien aufwachsen und deutsche oder deutsch-australische Eltern haben. Wie es ihnen geht? Hier ein kleiner Snapshot!

Mama Deutsche, Papa Australier

Die Kleidung spiegelt’s wider: Das ist Max: zehn Jahre alt, Mama Deutsche, Papa Australier, zwei Nationalitäten, zwei Muttersprachen (drei sogar, zählt man die der Großeltern dazu), zwei Kulturen, zwei Heimaten, zwei Sets von Familie, zwei Sets von Freunden, eins hier in Australien, eins dort in Deutschland.

„Zwei Seelen schlummern ach in meiner Brust“ – auch wenn Goethes Faust nicht gerade über seine kulturellen Wurzeln sinnierte als er seinen berühmten Ausspruch tat, vielen Jungs und Mädchen mit deutsch-australischem Elternhaus, die hier in Melbourne leben, spricht Goethe – mal mehr, mal weniger – aus dem Herzen.

„Wenn ich in Deutschland bin, bin ich Deutscher. Wenn ich in Australien bin, bin ich Australier,“ grinst Max. Er kommt gut klar mit seinen zwei „Identitäten“. Der Fußballfan fühlt sich wohl in beiden Ländern, beiden Kulturen. „Australien, das ist Bush und Footy. Deutschland, das ist Schnee und Handball,“ sagt er und findet beides okay. Die Sprachen sind kein Problem. Kein Wunder, wenn die Mama Deutsch-Lehrerin ist.

Seine australischen Freunde vermisse er schon ein wenig, wenn er in Deutschland sei, gibt Max zu. Dafür habe er jedoch seine deutschen Freunde, die deutschen Großeltern und die Schule sei viel kürzer. Auch nicht schlecht!

Sehnsucht nach Deutschland

Maxine tut sich da nicht ganz so leicht. Geboren in Kular Lumpur, Malaysia, aufgewachsen in Australien, mit deutscher Mutter und australischem Vater, kennt die 13jährige Deutschland eigentlich nur von Besuchen. Dennoch: Würde es nächsten Monat heißen, die gesamte Familie zieht nach Deutschland, dann, sagt sie,  „würde ich vor Freunde anfangen zu weinen. Wahrscheinlich würde ich in den nächsten Nächten kaum schlafen und immer guter Laune sein.“

„Wenn mich jemand fragt, bist Du Deutsche oder Australierin, dann antworte ich immer Deutsche. Dann macht in Deutschland natürlich jeder große Augen,“ erzählt Maxine.

„Ich denke, dass ich mehr deutsch bin als australisch, denn in der australischen Sprache fehlen mir oft die Worte, und auf  Deutsch kann ich mich einfacher ausdruecken. Ausserdem fuehle ich mich in Deutschland mehr zuhause,“ erklärt die begeisterte Reiterin und betont, dass sie in ihrer Freizeit ausschließlich deutsche Bücher liest, da Deutsch einfacher als Englisch sei.

Vermisst: Australische Verwandte und Freunde

Sei Maxine in Deutschland würde sie Australien selbst nicht vermissen, einzig ihre australischen Freunde und Verwandte. „Ich mag die Menschen um mich herum, wenn ich in Deutschland bin, und ich mag auch, daß sie die selbe Sprache sprechen. Wenn wir zurück nach Australien kommen, vermisse ich alle meine Verwandten und meine Freunde ganz doll,“ erzählt sie.

Zwar findet Maxine, dass es keinen grossen Unterschied gäbe zwischen den deutschen und australischen Leuten, räumt allerdings ein: „Aber mit deutschen Kindern habe ich interessantere Gespräche und kann über diesselben Dinge lachen.“

Denkt sie an Australien sieht sie ausgetrocknete Wüsten vor sich. Deutsch findet sie, sei Weihnachten in der Kälte, Schee und Sylvester mit viel Geballer.

„Zwischen zwei Sprachen hüpfen,“ so drücken es Fabian und sein Bruder
Valentin aus Greensborough aus. In der Schule wird Englich gesprochen. In der Familie wird Deutsch gesprochen.

Sprache wird an Umgebung fest gemacht

Werden Sprache und Lokalität gemixt, wird’s schwierig. „Wir haben einen Austauschschüler aus Deutschland in der Schule,“ erzählt Fabian (14), der mit diesem eigentlich Deutsch sprechen könnte. Allerdings: „Irgendwie ist das nicht richtig,“ meint er und schüttelt mit dem Kopf.

Während Fabian meint, Deutsch und Englisch nicht zu mischen, mogelt sich bei Bruder Valentin, der im Kindergarten Alter nach Melbourne kam, schon hin und wieder Englisch in einen deutschen Satz ein.

“Anstelle von „Ich wette mit Dir, daß …“ heißt es dann „I bet you …“, lacht der 11jährige, der sich noch gut daran erinnern kann, nichts von dem verstanden zu haben, was seine australische Kindergärtnerin einst zu ihm sagte. „Ich hab dann einfach geschaut, was die anderen gemacht haben und das dann auch gemacht,“ grinst er.

Neu in Melbourne? Valentins Tipp: “Build a bridge and get over it”

Für all die Jungs und Mädchen, die hin- und hergerissen sind, zwischen Deutschland und Australien oder gerade ihre Koffer packen und auf dem Sprung nach Melbourne sind, um hier zu leben, hält Valentin seinen ganz persönlichen Tipp bereit: „Build a bridge and get over it.“ Was auf der anderen Seite wartet, ist es wert.

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