Und plötzlich macht sich Heimweh breit

Die Koffer sind ausgepackt. Die obligatorische Runde mit Melbournes historischer, ruckel-schuckelnder City Circle Tram gedreht. Der Rialto Tower ist erklommen und der erste Café Latte – natürlich bei Brunettis auf der Lygon Street – getrunken.

Der Traum ist endlich wahr. Man sitzt mitten in Melbourne am Puls der Zeit. Endlich in Australien! Wie lang hat man sich darauf gefreut, wie sehr hat einen das Fernweh geplagt und wie sehr hat man die Tage gezählt bis es endlich hieß: Koffer schnappen, rein ins Flugzeug, auf geht’s nach Down Under!

Und jetzt? So ganz mag man es nicht zugeben, aber verleugnen läßt es sich nicht: Das komische Gefühl im Bauch, die Leere, die sich dort plötzlich breit macht, die unerwartete Nostalgie, die einen überkommt, wenn man an Freunde und Familie in Deutschland denkt.

Heimweh macht sich breit! Ob man es will oder nicht!

Meyers Lexikon definiert Heimweh als heftiges Verlangen, oder Sensucht nach der fernen Heimat oder einem dort wohnenden geliebten Menschen, bei dem man sich geborgen fühlte.

Egal, ob man Melbourne liebt, aus freien Stücken hier her gezogen oder versetzt worden ist, Heimweht trifft jeden. Mal heftig, mal mild. Heinmweh kann man nach den besten Freunden haben, den Eltern oder schlicht und einfach nach dem Baum vorm Küchenfenster oder dem eigenen Bett, nach der Kneipe um die Ecke, sogar nach dem ewig grimmigen Postboten, der ständig über die Fahrräder im Hausflur gemeckert hat.

Alles, was wir kennen – Menschen, Dinge, Umgebungen, Routinen – gibt uns ein Gefühl der Sicherheit. In neuer Umgebung vermissen wir die Sicherheit, die wir von Zuhause gewohnt sind. Das ganz normale Resultat: Heimweh!

Die einen fühlen sich ein wenig allein, bei anderen kann Heimweh sogar Bauch- oder Kopfschmerzen verursachen – bei Erwachsenen sowohl als bei Kindern. Die gute Nachricht: Meistens verschwindet das Heimweh, sobald man die neue Umgebung nicht mehr ganz so neu ist.

Bis dahin mögen ein paar Tipps helfen:

  • Ganz wichtig: Auch wenn der Koffer noch so voll gepackt ist, etwas, was an Zuhause erinnert mitnehmen. Photos zum Beispiel von der Familie, von Freunden, vom Lieblingspark. Oder Briefe, Lieblingsspielsachen, Lieblingsschokolade, usw.
  • Mit Zuhause in Kontakt bleiben. Es scheint offensichtlich, aber oft ist es nicht ganz einfach, mit der Familie oder Freunden regelmässig zu telefonieren, auf Grund der Zeitverschiebung. Dennoch, Wecker stellen und zum Telefonhörer greifen. Denn auch wenn wir im Zeitalter der Emails leben, die Stimme von der besten Freundin zu hören, ist besser als jedes geschriebene Wort.
  • Spass haben! Heimweh kann leicht dazuführen, deprimiert Zuhause zu bleiben. Das Gegenteil hilft. Raus und die neue Umgebung erkunden. Noch besser: Gezielt neue Leute kennen lernen, denn das hilft, Wurzeln zu schlagen – das beste Mittel gegen Heimweh. Der CAE (Council of Adult Education) vergleichbar mit der deutschen Volkshochschule bietet zahlreiche Kurse an. Von Nähen bis zu Digitaler Photographie. Wenn man richtig Spass hat, verbringt man weniger Zeit, ueber das nach zu denken, was man vermisst.
  • Mit anderen sprechen, die in der gleichen Situation sind. Wer Heimweh nach Deutschland hat, ist in Melbourne nicht allein. Schon mal bloggen ausprobiert? Wer Tips gegen Heimweh hat oder braucht kann seine Erfahrungen teilen, zum Beispiel indem er Kommentare zu diesem Artikel schreibt.
  • Deutsch kochen, essen oder einkaufen gehen. Liebe geht durch den Magen – das gilt auch fuer Heimweh – der Liebe nach Zuhause sozusagen. Auch wenn man in Deutschland nie Lust auf deftiges Eisbein hatte, hier mag man ploetzlich Appetit darauf haben. Kein Problem: Club Tivoli kann helfen oder aber das gute alte Dr. Oetker Kochbuch. In den naechsten Wochen wird es auf dieser Seite noch mehr Tips geben, wo man lecker Deutsch essen oder einkaufen kann. Und Eintraege im Forum zu diesem Thema. Stay tuned.

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