Friday on my mind: Australiens erste international erfolgreiche Rockband "Easybeats"

Die Easybeats waren die erste Rockband Australiens, die den internationalen Durchbruch schafftenFast jeder kennt den Song "Friday on my mind". Wenige wissen, dass er von den Easybeats stammt, der ersten australischen Rockband, die den internationalen Durchbruch schaffte. Peter Ross, Autor und Musikliebhaber, fasst ihre Story zusammen, inspiriert von einer ABC Sendung.

 

Australiens Strände und Sonne lockten

Am vergangen Sonntag zeigte die ABC den ersten Teil eines Zweiteilers über die Easybeats, die erste international erfolgreiche Rockband aus Australia. "Populate or perish", Bevölkern oder Untergehen, war die Devise, die Arthur 

Sonne, Sand und Meer - damit lockte die australische Regierung einst Immigranten anCalwell, der erste Einwanderungsminister des Landes, nach dem Zweiten Weltkrieg ausgab. Er startete das "Assisted Passage Migration Theme", ein programm, um junge Menschen, die später "Ten Pound poms" genannt wurden, aus dem Vereinigten Königreich und aus anderen Teilen Europas anzulocken, mit dem Versprechen endloser Ferien an endlosen Stränden unter der endlos scheinenden südlichen Sonne.


Unter diesen waren im Jahre 1964 auch junge Männer aus Schottland, England und den Niederlanden. Die Ankunft gestaltete sich ein wenig weniger poetisch. Die Familien wurden nach Villawood im Westen Sydneys geschickt, in den Busch 25 km von der Küste entfernt. Sie lebten in einfachen Hütten, die sie sich gelegentlich mit Schlangen und allerlei anderer seltsam anmutender Fauna teilten. Die Jugendlichen mussten selbst auf sich aufpassen, Rivalitäten um Mädchen, Rassismus und Langeweile führten immer wieder zu gewalttätigen Kämpfen.

Young-Brüder gründeten Easybeats und AC/DC

Die australischen Young-Brüder waren Mitglieder in zwei berühmten australischen Bands: Easybeats und ACDCGeorge Young, einer der vielen Geschwister der Young-Familie, die Rockgeschichte schreiben sollten (seine jüngeren Brüder gründeten schliesslich AC/DC), traf in der Waschküche zwei junge Niederländer beim Gitarrespielen. Die beiden sollten sich schon bald Harry Vanda und Dick Diamonde nennen. Freundschafften wurden geschlossen. Little Stevie aus Leeds, der schon ein paar Jahre in Villawood wohnte, schloss sich an. Schliesslich fanden sie einen Schlagzeuger, Gordon 'Snowy" Fleet aus Liverpool, der hier schon Familie hatte. Er war mit Frau und Kind nach Australien gekommen.

Nach Proben und lokalen Auftritten zogen sie aus, zuerst nach Sydney, nach Kings Cross und anderswo, und dann mit einem Kleinbus die Ostküste des Landes rauf und runter, betreut von Mike Vaughan, ehemals Immobilienberater. Er lieferte ein anderes Teilchen zum Puzzle, welches sie zum Ruhm führte: Er kannte Ted Albert von J. Albert & Söhne. Der war gerade in das Familienunternehmen eingetreten und hatte sich vorgenommen, der Firma mit Rock & Pop-Schallplatten neues Leben einzuhauchen.

Australischer Musikerfolg: Konzerte wurden zu wilden Orgien

Ted Albert produzierte die ersten Singles der jungen Musiker. 'She's So Fine" gab ihnen den ersten Hit und erreichte den 3. Platz der Australischen Charts. Ihre Konzerte wurden wilde Orgien. Sie spielten vor kreischenden Mädchen, dieKonzerte der australischen Rockband Easybeats arteten zu Orgien aus sie kaum noch übertönen konnten. Sowas hatte Australien seit der Beatlemania nicht gesehen. Die Medien nannten diese neue Welle der Begeisterung Easyfever. Im Film, der auf ABC gezeigt wird, gibt es eine Invasion des Hauses der Familie Young.

Eine Zeitung hatte unvorsichtigerweise die Adresse preisgegeben, und Horden junger Maedchen erstürmte das Zuhause der Youngs. Der zehnjährige Angus kam von der Schule und wurde von der Polizei, die versuchte, sich der Flut entgegenzustemmen, zurückgewiesen. "Ich wohne hier. Ich muss nach Hause." Die Antwort der Polizei soll gewesen sein: "Jaja, das sagen sie alle." George gelangte schliesslich heim, warft sich aufs Bett, nur um festzustellen, dass er immer noch nicht allein war. Eine junge Dame krauchte grinsend und winkend von unter dem Bett hervor.

Die Easybeats hatten es in Australien geschafft, London folgte

Sie hatten es geschafft, in Australien zumindest. Nun, 1966, war die Zeit gekommen, die Welt zu erobern, und das hieß für die Easybeats, nach London zu gehen. Vaughan hatte ihnen einen Plattenvertrag mit United Artists verschafft, und schon bald fanden sich die Easybeats in den Abbey Roads Studios wieder, wo zuvor unter anderem die Beatles ihre Platten aufgenommen hatten.

Ted Albert war auch dieses Mal ihr Produzent, wurde aber von United Artists nach Hause geschickt. Die Plattenfirma war mit den Aufnahmen nicht zufrieden. Eine Schmach für ihn, gewiss. Er liess sich aber nicht unterkriegen und produzierte über Jahre hinweg einige der berühmtesten Musiker Australiens. Seine Geschichte wird übrigens auch bei ABC erzählt, in "Blood + Thunder" nach der Easybeats-Geschichte, und auch bei iView zu finden. 

Der größte Hit "Friday on my mind" war geboren

Zurück nach London, wo die Easybeats zunächst weiter um neue Lieder kämpften. Eines Abend sehen sie die Swingle Sisters, eine A capella-Gruppe aus Frankreich. Auf dem Weg nach Hause und den Tagen danach mokieren sie sich über deren Gesang, spielen es auf der Gitarre. Etwas war hängengeblieben. Plötzlich klingt es "richtig", erinnert sich Harry Vanda. Ihr grösster Erfolg, Friday on My Mind, war geboren.

Am heutigen Sonntag, 3. Dezember, um 20:40 Uhr, zeigt die ABC den zweiten Teil der Geschichte von europäischen Einwanderern nach Australien, die von hier aus die Welt eroberten und natürlich Australier wurden. Wer den ersten Teil verpasst hat, kann ihn auf iView finden. 

Peter Ross Artikel ist zuerst auf Englisch auf A Migrant's Voice erschienen, einer neuen Website von und für Migranten, deren Editor Peter Ross ist. 

Text: Peter Ross, Kontakt:  Foto 1: Wikipaedia