Erster Ball der Österreicher in Melbourne: "Sogar schöner als erwartet"

Der erste Ball of the Austrians in MelbourneEin großer Erfolg war der erste "Ball der Österreicher", der jetzt im Deutschen Club Tivoli in Melbourne stattfand. Dabei hat es geklappt, Jung und Alt sowie Walzer-Liebhaber aus Österreich und deutschsprachigen Ländern wie Deutschland und der Schweiz sowie aus Australien zusammenzubringen. Wir berichten.

 

Eva-Maria Heikenwälder: Schöner als erwartet

Eva-Maria Heikenwälder ist glücklich: "Es war schöner, als ich erwartet hatte", sagt die Österreicherin mit Wahlheimat Melbourne strahlend und meint damit den "Ball der Österreicher", der am vergangenen Samstag abend im Deutschen Club Tivoli in MelbournesViel getanzt wurde während des ersten Ball der Österreicher in Melbourne Stadtteil Windsor stattfand. Eva-Maria Heikenwälder als Vorsitzende der kulturellen Vereinigung "Austrians in Melbourne" hat ihn gemeinsam organisiert mit Eva Murer, der zweiten Vereinsvorsitzenden, Magdalena Föhringer, die als Schatzmeisterin fungiert, und Marion Lehner, die das Amt der Schriftführerin übernommen hat.

Festlich geschmückte Tische im Deutschen Club Tivoli in Melbourne für den Ball der ÖsterreicherEines von Eva-Maria Heikenwälders Highlights des Abends: "Zu sehen, wie sich die Leute gefreut haben, dass sie sich schön anziehen konnten, und das Alt und Jung zusammen gekommen sind. Und natürlich der Moment, in dem der Ball mit dem Donauwalzer eröffnet wurde und alle auf die Tanzfläche strömten. Ja, es war eng und man hat sich beim Tanzen ein wenig angestoßen. Aber das Lächeln auf den Gesichtern war einfach so schön. Dafür hat sich die ganze Arbeit gelohnt", sagt sie.

Das Motto des Balls der Österreicher: Alles Walzer

Und viel Arbeit, Energie, Zeit und Durchhaltevermögen war in der Tat nötig, um das Gesellschaftsevent zu organisieren, seit vor einigen Monaten bei einem der Stammtischtreffen der Österreicher in Melbourne die Idee entstand, einen "Ball der Österreicher" nachAlles Walzer war das Motto der Tanzveranstaltung, organisiert von den Österreichern in Melbourne Melbourne zu bringen.

Für diejenigen, die es bisher noch nicht wußten: Diese besonderen "Bälle der Österreicher", die alle unter dem Motto "Alles Walzer" oder auf Englisch "Let`s Waltz" stehen, gibt es in vielen Städten der Welt, in denen Österreicher leben, die außerhalb ihrer Heimat ein Zuhause gefunden haben. So hat Eva-Maria Heikenwälder beispielsweise in Montreal auf einem Ball der Österreicher debutiert als sie mit ihrer Familie in Kanada lebte. Ballbesucherin Sabrina erinnerte sich an den Ball der Österreicher in New York und auch von Bällen in London und Prag war die Rede während der Melbourner Variante.

Ball-Saison eröffnet immer am 11. November

Tanzen in Melbourne auf österreichische Art und WeiseDass Österreich das Land der Walzer ist, weiß vermutlich jeder. Zum berühmten "Wiener Opernball" reisen Gäste aus aller Welt an. Aber dass es in Wien allein rund 400 Bälle pro Jahr gibt, das war einigen Gästen in Melbourne nicht bekannt. Fast jedes Handwerk, jede Gilde hat ihren eigenen Ball, ließ der Österreicher Christian Dolezal, der durch den Abend führte, sein Publikum wissen. Streng ist die Veranstaltung eines Balles zeitlich geregelt. Gestartet wird die Saison jeweils am 11. November. Sie endet am Aschermittwoch.

Das entspricht in Deutschland der Karnevalszeit und in der Tat verkleidete sich im 18. Jahrhundert der Adel mit edlen Kostümen und trug die bekannten reichverzierten Masken, die das Gesicht verdeckten. Gemunkelt wurde in Reden Alt und Jung zusammengebracht hat der erste Ball der Österreicher in Melbournewie etwa der des Botschafters in Australien, Bernhard Zimburg, über die Entstehung der Bälle. Zurück geführt wurde sie auf die Tatsache, dass die Winterzeit in Europa oft sehr dunkel, kalt und neblig sei. Eine Veranstaltung wie ein Ball käme der "Vergnügungssucht" der Österreicher entgegen und helle die trüben Wintertage auf, wurde gescherzt.

Österreichische Botschafter und Honorarkonsul nahmen teil

Geschmunzelt wurde auch über die Bemerkung, dass es tatsächlich einst als etwas frivol empfunden wurde, dass Männer und Frauen zusammen tanzten. Noch dazu eventuell sogar mit einer Frau, mit der man nicht verheiratet sei. Aber dies sei während der österreichischen Bälle erlaubt gewesen, ebenso wie übrigens die Damenwahl. Honorarkonsul, Dr. Michael Wolff, lobte in seiner Ansprache, ebenso wie der Botschafter, noch einmal das Engagement von Heikenwälder, Murer, Föhringer und Lehner, die dafür sorgten, das es jetzt ein Stückchen Heimat und Tradition aus Österreich in Melbourne gibt.

Eva-Maria Heikenwälder und Eva Murer vom Kommittee des BallsThe Honourable Heidi Victoria, Shadow Minister for Arts and Culture sowie Tourism and Major Events, war ebenfalls auf dem Ball zugegen. Sie erzählte von ihrem Vater, der aus Österreich stammte, und dass er, wäre er nicht in diesem Jahr verstorben, sicherlich diesen Ball besonders genoßen hätte. Zumal ihn noch einige Besucher persönlich gekannte hätten. Sie wies übrigens darauf hin, dass jetzt nicht nur Melbourne und Wien gemeinsam haben, dass der Ball der Österreicher gefeiert wird. Auch liegen die beiden Städte an der Spitze der Liste der lebenswertesten Städten der Welt: Melbourne hat Platz eins inne. Wien liegt auf Platz zwei.

Tanz und Essen: beides waren Höhepunkte des Abends

Eröffnet wurde der Ball übrigens von den professionellen Tänzern Charlotte und Andrew vom Star Dance Studio in Melbournes Stadtteil Bentleigh. Kaum gaben die beiden die Tanzfläche frei, füllte sie sich mit jungen und älteren Paaren zu Klängen des "Melbourne Art ofKöstliches Buffet vom Koch des Deutschen Club Tivolis, Christan Oblak Sound Salonorchesters" unter der Leitung von Dr. Mario Dobernig. Und war Tanz ein natürlicher Höhepunkt des Abends, kristallisierte sich für die Gäste schnell ein weiterer heraus: das Essen, das der österreichische Koch des Deutschen Club Tivoli in Windsor, Christian Oblak, Christian Oblak, österreichischer Koch des Deutschen Club Tivolis für die rund 130 Gäste des Abends zubereitet hatte.

"Die besten Schnitzel, die ich seit langem hatte." "Der Kaiserschmarren ist göttlich." "Du mußt unbedingt den Tafelspitz versuchen." Kommentare dieser Art gab es von allen Seiten zu hören. Ebenso fehlte es nicht an Komplimenten, die Koch Christian Oblak, der ursprünglich aus Kernten stammt, bekam. Drei Wochen zuvor hatte er mit dem Zubereiten der typisch österreichischen Speisen begonnen. "Ich hab´ mich so gefreut, für die Gäste des österreichischen Balls heute kochen zu dürfen", sagte er mit strahlenden Augen. Heute habe er gekocht wie Zuhause, meinte der 27-jährige. Denn koche er für die Gäste des Deutschen Club Tivolis, koche er schon ein wenig "eingedeutscht" - mit anderen Gewürzen beispielsweise.

Nächster Ball im nächsten Jahr wird geplant

Oblak wurde nicht müde, die verschiedenen Gerichte zu erklären. Denn obwohl der überwiegende Teil der Ballbesucher Österreicher waren, ließen es sich auch viele Deutsche nicht nehmen, bei dem Ereignis dabei zu sein. "Das erste Ticket hat sogar ein Deutscher Ueber 130 Gaeste beim ersten Ball der Österreicher in Melbournegekauft", lacht Eva-Maria Heikenwälder. Ebenso wie ihre drei Mitstreiterinnen wird sie sich jetzt erst einmal ein wenig erholen. Doch geplant ist, auch im nächsten Jahr einen Ball der Österreicher zu veranstalten. Nach dem guten Feedback ist das eigentlich ein Muss!

Deutsche in Melbourne ist jedenfalls wieder mit dabei! 

Text: Claudia Löber-Raab, , Fotos: Johanna Schick,