Tipps zum Melbourne International Film Festival von German Cinema Melbourne

Das Melbourne International Film Festival 2017 ist in vollem GangeDas Melbourne International Film Festival 2017 ist in vollem Gange. Unentschlossen, welchen Film zu schauen? Die deutsche Kinofilm-Expertin Irina Herrschner und der australische Film-Kritiker Peter Krausz von German Cinema Melbourne, die im November das neue Deutsche Film Festival organisieren, geben hier ihre Empfehlungen!

Älteste Film Festival Australiens

Das Melbourne International Film Festival (MIFF) ist das älteste Film Festival Australiens, und eines der weltweit ältesten mit seiner Gründung im Jahr 1952. Damals hieß es noch Olinda Film Festival und zeigte nur acht Spielfilme und 79 Kurzfilme.Gibt Tipps zum Melbourne International Film Festival: Die deutsche Kino-Expertin und Dozentin an der University of Melbourne Irina Herrschner Andrang war allerdings schon damals überwältigend und das Festival mußte in das Melbourne Exhibition Center - das damals einzige Auditorium der Stadt, das groß genug war - umziehen. Auch 1953 waren alle Filme ausverkauft und MIFF wuchs mit jedem Jahr.

An den ausverkauften Sälen hat sich nichts geändert, aber die Filmauswahl fällt Kinoliebhabern und -liebhaberinnen heute deutlich schwerer mit über 350 Spielfilmen zur Auswahl. Als Produzenten des German Cinema Melbourne, das vom Freitag, 17. bis Samstag, 25. November, stattfinden wird, haben Irina Herrschner (Foto rechts) und Peter Krausz (Foto links) eine Auswahl der sehenswertesten Film des diesjährigen MIFF Programmes zusammengestellt, um die Qual der Wahl zu erleichtern. 

Filme aus Australien

Jedes Jahr zeigt MIFF die besten australischen Filme des Jahres. Auch 2017, ist die Auswahl groß und zeigt die Vielfalt dieses Kontinentes - und der Wahlheimat vieler Deutsche in Melbourne-Leser und Leserinnen. Ihnen legen Irina Herrscher und Der australische Filmkritiker Peter Krausz teilt seine Filmempfehlungen mit Lesern und Leserinnen von Deutsche in MelbournePeter Krausz den Film The Song Keepers (Naina Sen, 2017) besonders ans Herz. Der Film zeigt nicht nur die lange Verbindung zwischen Deutschland und Australien, sondern hebt auch die Macht der Musik hervor, wenn es darum geht, eine Kultur am Leben zu halten. Der Film zeigt wie ein Frauenchor in Alice Springs seit 140 Jahren deutsche Kirchenlieder in lokaler Sprache singt und wie eine Deutschlandreise und Musik die beiden so unterschiedlichen Kulturen verbindet.

Der neu restaurierte Film Shame (Steve Jodrell, 1988) hat seit seiner Prämiere nichts an Wirkung verloren und MIFF ist wohl eine der wenigen Chancen, die Geschichte einer jungen Frau auf dem australischen Land auf einer großen Leinwand zu sehen. Der Film ist ein frühes Beispiel australischen Feminismus, zeigt aber auch die sozialen Spannungen des Landlebens der 1980er Jahre auf.  Ein Film der australischen Kategorie, der nicht in Australien spielt, ist Mountain (Jennifer Peedom, 2017). Als Folgefilm ihres bekannten sozialkritischen Dokumentarfilmes Sherpa zeigt Jennifer Peedom die Schönheit der Berge um den Mount Everest, aber auch die Auswirkungen des Abenteuertourismus auf die Bewohner und Bewohnerinnen. Die spektakulären Bilder werden vom australischen Kammerorchester begleitet und formen damit einen Genuss für Auge und Ohr.

Internationales Kino in Melbourne

Die größte Kategorie des Melbourne International Film Festivals macht die Auswahl am schwersten, deshalb hier die Top 5 von Irina Herrschner und Peter Krausz von German Cinema Melbourne: Nach Hanekes letzten Filmen Amour und Das weisse Band befindet sich sein neuester Film Happy End in der MIFF Katgorie ‘Headliner’ der besten und beliebtesten Filme. Daher am besten bald buchen! In Happy End wird eine Jugendliche inklusive Smartphone auf den Landsitz des reichen Zweigs derWird von der German Cinema Melbourne Group empfohlen: der Film Happy End während des MIFF 2017 Familie geschickt. Themen wie Überwachung, Generationenkonflikte und die Ungerechtigkeit des Lebens sind geschickt in einer Geschichte verstrickt und es gibt sogar viele Stellen zum Schmunzeln. 

78/52

ist ein Dokumentarfilm über wohl eine der bekanntesten Szenen der Filmgeschichte: Die Duschszene in Hitchcocks Psycho. Für alle Kinoliebhaber ist dieser Film ein absolutes Muss! Afterimage ist die wahre Geschichte des polnischen Künstlers Wladyslaw Strzeminski, der mit seiner Kunst gegen die Soviet Ideologie kämpft. Regisseur Andrzej Wajda erzählt mit diesem Film eine Metapher zu momentanen politischen Entwicklungen in Polen. Für jeden, der Filme mit historischer und gleichtzeitig aktueller Thematik schätzt, erzählt der Film einen Teil polnischer Geschichte und illustriert ein weiteres Beispiel dafür, dass es oft Künstler und andere Freigeister sind, die gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit kämpfen.

Call Me By Your Name ist Luca Guadagninos neuer Film und hat eine ähnliche Energie wie sein letzter Film Splash. Der Film spielt im Italien der 80er Jahre und erzählt eine Geschichte, die jeder kennt: die erste grosse Liebe. Ein lauter und bunter Film, der am besten in einem vollen Kinosaal zusammen mit Freunden gesehen werden sollte. Killing of a Sacred Deer ist eine etwas seltsame, schwarze Komödie basierend auf dem Griechischen Theaterstück von Euripides: Iphigenia in Aulis. Der Regisseur Yorgos Lanthimos, der auch Lobster gedreht hat, versetzt das alte Theaterstück nach Cincinnati, wo sich eine besondere Freundschaft zwischen einem bekannten Cardiologen und einem Teenager entwickelt. Bizarr, komisch und provokant - was will man mehr?

Film und Musik

Die Kategorie Film und Musik hält was sie verspricht: Großartige Musik auf großer Leinwand. Für German Cinema Melbourne empfehlen Irina Herrschner und Peter Krausz hier: Buena Vista Social Club: Adios (Lucy Walker, 2017) und The Go-Betweens (Kriv Eine weitere Film-Empfehlung von Irina Herrschner und Peter Krausz für Deutsche in MelbourneStenders, 2017).

Buena Vista Social Club: Adios verbindet alte Szenen von Wim Wenders’ Buena Vista Social Club aus dem Jahr 1999 und neue Szenen der großen Abschiedstour der Band. Der Film ist ein Tribute an die Musik und das Leben, aber auch ein Kommentar zu Kuba und zur wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklung des Landes. Irina Herrschner und Peter Krausz versprechen, dass Zuschauer und Zuschauerinnen diesen Film mit einem leichten Hüftwippen verlassen werden.
The Go-Betweens ist ein Film für Interessierte und Fans australischer Musik. Gegründet im Jahr 1977 hat die Band es zwar nie auf die ganz große Bühne geschafft, aber trotzdem ihre Spuren in der Musikwelt Australiens hinterlassen. Der Film ist ein einmaliges Projekt des Regisseurs und verschafft einen guten Einblick in die australische Rockszene.

Horror und Animation

Die Empfehlung der German Cinema Melbourne-Mitgründer an alle Horrorfans: The Endless (Justin Benson and Aaron Moorhead, 2017) ist ein Film über zwei Brüder, einen UFO-Kult und viele unerklärliche Geschehnisse. Man weiß nie so genau, was 17 MIFFTipps 06real ist und was nicht und erreicht damit genau das, was man in einem guten Horrorfilm erwartet: Spannung bis zur letzten Minute. Animationsfilme sind schon lange nicht mehr nur für Kinder, und japanische Animationsfilm schon gar nicht. In this corner of the world (Sunao Katabuchi, 2017) ist so ein Film, der eine mundäne Kriegsgeschichte voller Liebe zum Detail und anhand einer persönlichen Geschichte erzählt. Wer Filme von Studio Ghibli mag, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Jugendfilme

Sogar ein Film, der auf einem Buch der deutschsprachigen Autorin Christine Nöstlinger basiert, ist beim Melbourner International Film Festival 2017 dabei

MIFF hat immer eine besondere Auswahl an neuen Jugendfilmen aus aller Welt, die sich gut für einen Familienkinoabend eignen, an dem sich niemand langweilt. Dieses Jahr legen Irina Herrschner und Peter Krausz Deutsche in Melbourne-Lesern den französischen Jugend-Dokumentarfilm Swagger (Olivier Babinet, 2016) und den Österreichischen Film Fly Away Home besonders ans Herz. Die Filme könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Swagger in der heutigen Pariser Vorstadt spielt und den Alltag der Jugendlichen im Stadtteil Aulnay-sous-Bois darstellt, spielt Fly Away Home in der Nachkriegszeit und den Vororten Wiens. Der Film basiert auf Christine Nöstlingers gleichnamigen Kinderbuch und illustriert Christls Leben nach dem Krieg.

Über die Autoren:

Die Deutsche Irina Herrschner hat kürzlich ihre Doktorarbeit an der University of Melbourne abgeben. Sie analysierte, wie das Deutsche Film Festival Teil der "German cultural diplomacy" genutzt wurde. Derzeit unterrichtet sie an der University of Melbourne und ist Director Events des Deutschen Filmfestival Melbourne 2017, das von der neu gegründeten Gruppe German Cinema Melbourne von Freitag, 17. November, bis Sonntag, 25. November, in den Backlot Cinemas in Southbank stattfinden wird.

Der Australier Peter Krausz ist international anerkannter Film-Kritiker. Seit 2002 hat er nicht nur einen wesentlichen Beitrag geleistet bei der Vorbereitung der Deutschen Film Festivals in Melbourne, sondern war auch maßgeblich an anderen Film Festivals der Stadt beteiligt. In der Gruppe German Cinema Melbourne ist er der Artistic Director und wird gemeinsam mit Irina Herrschner für die Film-Auswahl zuständig sein.

Mehr Informationen über German Cinema Melbourne gibt es unter folgenden Links: Das Deutsche Filmfestival ist tot! Es lebe das Deutsche Filmfestival  German Cinema Melbourne  Facebook German Cinema Melbourne