Winter in Deutschland und in Melbourne – Bibbern auf hohem Niveau? Michelle Schneider vergleicht

winter in Deutschland ist anders als in Australien

Wir haben sie alle gesehen und faszinierend gefunden. Die meisten von uns jedenfalls: wunderschöne, verschneite Winterlandschaften aus Deutschland, Österreich, der Schweiz. Doch so langsam geht der Winter in Deutschland zu Ende und in Australien dauert es wohl noch eine Weile bis der Wintereinbruch startet.

Aber wie ist es diese winterlichen Unterschiede von deutschem und australischem Winter relativ zeitnah nacheinander zu erleben? Und ist der Winter in Melbourne wirklich kalt? Michelle Schneider hat ihre eigenen Erfahrungen gesammelt. Dabei ist ihr ist etwas Merkwürdiges aufgefallen, von dem sie gern wissen würde, ob andere dies auch kennen.

Der Winter in Melbourne eher frisch als kalt

Der Winter in Melbourne ist kälter als ich mir einen typischen „australischen Winter“ vorgestellt hatte. Als ich im März 2020 in Australien ankam fing so langsam der Herbst an und den habe ich in vollen Zügen genossen. Im Bikini im Garten und mit viel Sonne.

Mein Plan für den Wintereinbruch in Melbourne war eigentlich, mich auf den Weg nach Queensland zu machen und dort die warmen Temperaturen zu genießen, aber daraus wurde ja leider nichts – COVID-19 machte diese Pläne unmöglich. Ich war also die ersten Wintermonate in Melbourne und es war frisch.

Ich würde nicht sagen, dass es kalt war, aber es war so frisch, dass ich nicht mehr in kurzen Sachen vor die Tür gehen konnte. Der Wind wurde teilweise sehr stark und vor allem wirklich kalt. Dadurch, dass australische Häuser nicht die bestisolierten sind, konnte es schon mal kühler werden und ich war froh um die Heizung, die wir im Haus hatten. 

Winter in Deutschland

Grundsätzlich muss ich aber sagen, für mich waren die Temperaturen eher dem deutschen Herbst nah, als dem was ich vom deutschen Winter gewohnt war.

T-Shirt gegen Daunjacke und Strickmütze

Michelle Schneider ist die neue Deutsche in Melbourne Praktikantin

Was mir besonders aufgefallen ist, ist wie unterschiedlich meine Gastfamilie und ich die Temperaturen wahrgenommen haben. Während ich in T-Shirt und Jeansjacke rumgelaufen bin, hatte meine Gastmutter ihre Strickmütze und ihren Daunenmantel an.

Das werde ich wohl nie ganz verstehen, aber ein bisschen schmunzeln muss ich schon, wenn ich daran zurückdenke. Vor allem eine Geschichte ist mir im Kopf geblieben. Am 8. Juli 2020, bevor der neue Lockdown um Mitternacht startete, sind wir in der Mittagspause von meiner Gastmutter Yvonne, noch einmal zum Strand gefahren. Es waren schätzungsweise 18 Grad und die Sonne schien.

Es war zwar etwas windig, aber dennoch echt schönes Wetter. Mir wurde warm und ich hab meine dünne Jacke ausgezogen, wohingegen Yvonne nochmal zum Auto zurück musste, um sich ihre Mütze zu holen. In der Zwischenzeit hatte ich mir überlegt, dass ich einmal, bevor ich dieses wunderbare Land eine Woche später verlassen sollte, zumindest mit den Füßen ins Meer wollte.

Gesagt, getan. Ich war also mit den Füßen im Wasser, während meine Gastmutter mit dicker Jacke und Wollmütze das ganze beobachtete. Im deutschen Winter wäre das definitiv undenkbar gewesen.

Im Winter hier: Füße ins Wasser stecken geht

Im deutschen Winter wäre ich wohl niemals mit den Füßen ins Wasser gegangen. Aber diesen Winter wäre das wahrscheinlich nicht mal möglich gewesen, selbst wenn ich es gewollt hätte. Die meisten Gewässer waren zugefroren oder zumindest eisig kalt.

Dieser Winter in Deutschland war ganz anders. Anders als der Winter den ich in Melbourne erlebt habe, aber auch anders als in den letzten Jahren in Deutschland. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir in den vergangenen Jahren irgendwann so viel Schnee und Eis hatten wie in diesem Winter.

Im Winter trotzdem schnell mal ins Meer in Australien

Grundsätzlich ist es hier im Winter mindestens 10-15 Grad kälter als in meinem Winter in Melbourne, da hatte ich nie Temperaturen unter 10 Grad erlebt. Sowohl im Ruhrgebiet als auch in Magdeburg, wo ich Teile des Winters verbracht habe, herrschte in den letzten drei Wochen Ausnahmezustand.

Die Städte kamen nicht hinterher die Straßen zu räumen, der komplette Verkehr war lahmgelegt. Die Menschen haben mit durchdrehenden Reifen versucht, aus den Schneebergen herauszufahren, um irgendwie zur Arbeit zu kommen.

Dieses Bild hat sich mir wirklich lange nicht mehr geboten. Ein richtiges „Schneechaos“ also. Aber eigentlich beginnt der Winter ja schon im Dezember. Weiße Weihnachten haben wir nicht bekommen, aber dafür gefühlt schon weiße Ostern. Dass der Schnee so spät kommt, damit hatte wahrscheinlich niemand mehr gerechnet.

Melbourne – Magdeburg: ein enormer Unterschied

Jetzt ist Michelle wieder in Deutschland und bleibt Melbourne durch ihr virtuelles Praktikum bei Deutsche in Melbourne nahe

Wenn ich in den letzten Wochen hier in Deutschland vor die Tür gegangen bin, dann nur mit zwei Hosen, drei bis vier schichten an Oberteilen, Mütze, Schal, Winterjacke und Handschuhen. Also schon ein enormer Unterschied. Aber dafür war die Schneelandschaft mal eine schöne Abwechslung zum sonst sehr grauen Winter hier.

Ich kann nicht sagen, dass mir der Winter hier in Deutschland besser gefällt als der in Melbourne, aber für mich steht fest, sobald Schnee liegt, werde ich wieder zum Kind. Und das tut ab und an einfach mal gut.

Text: Michelle Schneider, Copyright Deutsche in Melbourne 2021 Kontakt: claudia@deutscheinmelbourne.net

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