Melbourne-Sydney mit dem Fahrrad – Ein Leitfaden

Bin ich fit genug?

Ein guter Gesundheitszustand und eine Affinität zum Sport sind natürlich Grundvoraussetzungen. Ansonsten ist jeder Herr bzw. Herrin über die täglich zurückgelegten Distanzen und das Reisetempo. Zwei, drei Trainingstouren sollte man vorher trotzdem unternehmen. Denn die Distanzen zwischen einzelnen Orten können groß sein und niemand möchte gerne im Nirgendwo übernachten. Für die Reise von Melbourne nach Sydney sollte eine tägliche Höchstleistung von 60 Kilometer möglich sein, was etwa vier Stunden Radeln in einem gemütlichen Tempo entspricht.

Mountain Bike oder Rennrad, welches ist das geeignete Rad?

Radreisen innnerhalb von Queensland und im Northern Teritory sind nur mit einem Mountain Bike möglich. Victoria, New South Wales und große Teile Western Australia können auch mit einem Rennrad befahren werden. Im Fall eines Rennrades müssen jedoch eventuell einige Ausflüge in die australische Wildnis entfallen. Denn zulange Distanzen auf Schotterwegen schaden einem Rennrad und können zu Pannen führen.

Die Fahrt auf gepflasterten Straßen ist dagegen weniger kraftraubend und komfortabler als auf einem Mountain Bike. Außerdem ist die Reisegeschwindigkeit im Ganzen höher. Mit dem Mountain Bike können dagegen alle Straßen befahren werden, was die Flexibilität bei der Planung erhöht. Das macht sich zwischen Melbourne und Sydney aufgrund der guten Straßen weniger bemerkbar. Hier ist das Reisetempo der entscheidenen Faktor. Wer also schneller auf der Harbourbridge sein will, sollte das Rennrad wählen.

Ohne Gepäckträger (rack) und Fahrradtaschen (panniers) geht es nicht. Ein Mountain Bike kann noch mit einem Frontgepäckträger aufgerüstet werden. Der Raum von zwei Fahrradtaschen und ein Gepäckträger reicht allerdings für eine Fahrt nach Sydney aus.

Was muss ich mitnehmen?

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Die goldene Regel heißt: Gewicht beachten! Selbst wenn man grundsätzlich nicht campen möchte, ein leichtes Einmann-Zelt und ein Schlafsack müssen für den Notfall trotzdem mit. Unabdingbar sind zwei Fahrradshorts, zwei Fahrradtrikot und die Regenjacke für die Fahrt. Jeder, der in Melbourne lebt, weiß, wie schnell das Wetter umschlagen kann. Außerdem gehört zum Gepäck eine Garnitur wärmere Kleidung, da der Wind grundsätzlich auch im heißen australischen Sommer für Abkühlung sorgt und die Nächte kühl werden können.

Ein Multitool, Lampen inklusive Ersatzbatterien, zwei Ersatzschläuche, ein Set Reifenflickzeug, ein starkes Klebeband, eine Packung Kabelbinder und ein paar Ersatzspeichen sollten zur technischen Ausstattung zählen. Eines der wichtigsten Dinge ist natürlich die Landkarte. Für eine Fahrt nach Sydney empfiehlt sich „Melbourne-Sydney“ der Firma „HEMA-Maps“.  

Überlegtes Packen ist wichtig, zuviel Stress und Nervösität ist trotzdem nicht angebracht. Auf der Strecke „Melbourne-Sydney“ existieren ausreichend Möglichkeiten, fehlende Utensilien nachzukaufen.

Welche Übernachtungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

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Neben vielen Campingplätzen existiert entlang der Strecke auch eine große Anzahl an Hostel und Hotels. Wer sein Geld lieber sparen möchte, kann sein Zelt zum Beispiel auch auf Parkplätzen neben der Straße aufschlagen. Entscheidet man sich für eine Nacht im Zelt, sollte man darauf achten, selbiges möglich verschlossen zu halten, um der australischen Tier den Eintritt zu verwehren.

In allen Fragen nicht nur zur möglichen Unterkunft hilft immer ein Besuch in einem der auf der Strecke zahlreich vorhandenen „Visitor Information Centre“. Sie sind in den meisten Karten verzeichnet. Beachten muss man jedoch, dass sie in der Regel nur bis 5pm geöffnet haben.

Was und wo trinke und esse ich?

Kohlenhydratreiche Nahrung ist die Energiequelle und neben der möglichen Unterbringung der wichtigste Punkt bei der Etappenplanung. Vor allem ein ausgiebiges Frühstück ist wichtig. Ein leerer Magen lässt die Fahrt schon zu Tagesbeginn schnell zur Qual werden. Obwohl sich entlang der Strecke viele Essensmöglichkeiten finden, gehören eine Notreserve sowie ein paar griffbereite Müsliriegel stets ins Gepäck.

Genauso wichtig ist das Trinken. Normales Wasser reicht aus, man muss nur darauf achten, dass man genug trinkt. Falls nichts Gegenteiliges ausgeschrieben ist, kann man grundsätzlich seine Trinkflaschen an jedem Wasserhahn, jeder Tankstelle oder Cafe aufüllen.

Wie sicher sind die Straßen?

Je kleiner die Straßen sind desto sicherer ist das Radreisen in Australien. Auf den größeren Highways stellen vor allem Trucks bzw. ihre oft übermüdeten Fahrer eine Gefahr dar. Auf der Küstenstrecke nach Sydney finden sich davon jedoch weniger als auf den landesinneren Highways. Außerdem können entlang des Ozeans an vielen Stellen die Higways durch sehenswerte Nebenstrecken vermieden werden. Trotzdem empfiehlt sich, während der Fahrt helle und gut sichtbare Kleidung zu tragen.

Was tun bei einer technischen Panne?

Im Fall einer technischen Panne helfen entweder das mitgebrachte Werkzeug oder andere Verkehrsteilnehmer. Zwischen Melbourne und Sydney herrscht reger Verkehr und man wird nirgendwo Stunden warten, bis Hilfe da ist. Innerhalb von Victoria steht darüberhinaus ein Service des “Royal Automobile Club of Victoria” (RACV) zur Verfügung, der so genannten „Bike Assist“, der sie im Fall einer Panne zu nächsten Werkstatt bringt. Für den Fall von Stürzen, Unfällen und plötzlich auftauchenden gesundheitlichen Problemen existiert außerdem die australische Notfallnummer „000“. Leider ist jedoch der Mobiltelefonempfang immer noch in einigen wenigen Abschnitten zwischen Melbourne und Sydney gestört.

Wo bekomme ich Geld her?

In kleineren Dörfern entlang der Strecke ist bargeldloses Zahlen nicht immer möglich, und auch funktionsfähige Geldautomaten finden sich manchmal nicht. Deswegen ist darauf zu achten, immer ein wenig Bargeld in der Tasche zu haben. Generell reicht eine normale australische Geldkarte. Campingsplätze, Hostels und Hotel lassen sich auch gut mit der Kreditkarte bezahlen.

Was ist sehenswert zwischen Melbourne und Sydney?

Sowohl im Südosten Victorias als auch an der Südküste von New South Wales finden sich unzählige sehenswerte Orte. Es ist kaum möglich, einige aus dieser Vielfalt hervorzuheben. Als Höhepunkte in Victoria sind der bekannte „Wilson Promontory National Park“,  „Nintey Miles Beach“ um den Ort „Lakes Entrance“ und der östlich gelgene „Croajingolong National Park“ zu nennen.

Zu den vielen sehenswerten Orten der Südküste von New South Wales zählen der ehemalige Walfangort „Merimbula“, der Ferienort „Batemans Bay“ sowie die bekannte Bucht „Jervis Bay“ südlich des Ortes „Nowra“. Außerdem finden sich entlang der gesamten Strecke unzählige Nationalparks wie der „Alfred National Park“ in Victoria oder der „Royal National Park“ im Süden Sydneys, die zu einem fazinierende Spaziergang durch die australische Tier-und Pflanzenwelt einladen.

Weitere detaillierte Informationen zu einer Fahrradreise innerhalb Australiens enthält ein an dieser Stelle in Kürze erscheinender Artikel. Fragen, Tipps und Tricks über seine Reise diskutiert Stefan außerdem im Forum (Fahrradtour von Melbourne nach Sydney).

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