Melbourne im zweiten Lockdown: 42 Tage lang Zuhause bleiben und kein Besuch

Melbourne ist wieder im Lockdown

Here we go again … Nicht einmal drei Wochen nachdem endlich Fitnesszentren, Büchereien und Museen sowie Cafés und Restaurants für Gäste öffnen durften, ist die Zahl der COVID-19 Fälle so hoch angestiegen, dass Melbourne wieder zurück in den Lockdown geschickt wurde – inklusive des Mitchell Shires im Norden der Stadt und der Mornington Peninsula im Süden.

Auf Ferien mit Großeltern gefreut

“Wir hatten gerade die Taschen gepackt und wollten los zu meinen Schwiegereltern, die ein Ferienhaus in Cowes haben. Die haben sich ungeheuerlich auf ihre Enkelkinder gefreut. Sie konnten sie ja so lange nicht sehen und auch meine Kids haben es nicht  erwarten können, endlich wieder Zeit mit Granny und Nonno, ihrem Großvater, zu verbringen. Und jetzt schon wieder so ein blöder Lockdown.” 

Saskia ist frustriert und enttäuscht. Nach knapp drei Monaten, in denen die  junge Deutsche mit Wahlheimat Australien ihre Kids – eines in der ersten, eines in der dritten Klassen – mehr oder weniger von Zuhause aus unterrichtet hat, während dem sie selbst als Büroangestellte nebenan im Wohnzimmer gearbeitet hat, hatte sie sich auf den kleinen “Break” gefreut. Doch wieder einmal hat COVID-19 ihr einen Strich durch ihre Rechung gemacht.

Nur vier Gründe erlaubt, Haus zu verlassen

Melbourne ist wieder im Lockdown

 aUnd nicht nur durch ihre Rechnung. Rund fünf Millionen Melburnians sowie Victorians, die in Mitchell Shire und auf der Mornington Peninsula wohnen, sind wieder an ihr Haus oder ihre Wohnung gebunden. Nur vier Gründe gibt es, die ihnen erlauben ihr Zuhause zu verlassen: Notwendige Dinge einzukaufen, sportliche Aktivitäten,  Versorgung anderer (care giving & seeking)  und Arbeiten und Studieren, sollte man dies nicht von Zuhause aus können.

Sechs Wochen, also 42 Tage lang, wird der Zustand anhalten. Das ist drei Mal so lang wie die vermutete Lebensdauer des Corona-Virus, von der jedoch einige Experten sagen, sie könne bis zu 28 Tagen sein. Mit einer Zeitspanne von sechs Wochen, so hofft die viktorianische Regierung, werden die Fälle auf ein absolutes Minimum eventuell sogar auf Null zurückgefahren sein.

Dieses Mal ist man nicht unvorbereitet

“Frustierend.” “Die Luft ist raus.” “Gerade hatte ich gedacht, wir sind mit allem durch.” “Nicht schon wieder Online-Schule.” “Mein Urlaub in Queensland ist gestrichen.” “Mein Job ist schon wieder verloren.” “Ich weiß nicht, ob ich jetzt mein Business überhaupt noch mal öffnen kann.” Seit Daniel Andrews, Premier von Victoria, ankündigte, dass Melbourne einer erneuten Ausgangssperre unterliegen wird, haben viele Deutschsprachige in Gesprächen mit Deutsche in Melbourne ihren Gedanken Ausdruck gegeben. Die mehrheitliche Meinung jedoch: Was sein muss, muss sein.

Flinders Street Station in Melbourne

Im Vergleich zum ersten Lockdown, bietet der zweite jedoch einen kleinen Vorteil: Ganz unvorbereitet trifft er uns nicht. Wir haben Strategien und Strukturen entwickelt, die uns ermöglicht haben, unser Leben dem Lockdown mehr oder weniger anzupassen.

Das DiM-Lockdown Challenge

Bleib Zuhause ist das Motto jetzt wieder in Melbourne

Und weil wir alle unterschiedlich reagieren, alle unterschiedliche Erfahrungen gemacht und unterschiedliche Interessen, unterschiedliches Wissen und Expertise haben, wird DiM in den kommenden Wochen Tipps und Tricks von unterschiedlichen Deutschsprachigen in Australien  vorstellen. Sie alle werden uns helfen,  in der neuen Lockdown-Krisen beziehungsweise in Krisen überhaupt, die Oberhand zu behalten. Denn eins ist klar: einige von uns trifft der zweite Lockdown härter als der  erste.

Den Anfang macht Claudia Löber-Raab, Gründerin von Deutsche in Melbourne. Ihren Tipp gibt es im nächsten Artikel und – wir starten ein 42 Tage DiM Melbourne Lockdown Challenge! Wir hoffen, Sie sind dabei!

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1 Comment

  1. Avatar

    Der 2. Lockdown – bringt er wirklich was?
    Ich lebe seit 15 Jahren in Melbourne und ganz ehrlich, bisher hat mich Politik eher weniger interessiert. Darf ja ohne Staatsbuergerschaft nicht waehlen – aber das waere ein anderes langes Thema.
    Seit Covid-19’s erste Welle hat sich meine Einstellung extrem geaendert. Ich verfolge jetzt taeglich unsere Infection numbers und ein 2. Lockdown war vorhersehbar.
    Was mich erschreckt hat war die Reaktion unserer Mit-Melbourrnians. Entweder hat man die 40 Stunden genutzt zwischen Ankuendigung und Lockdown um Melbourne zu verlassen oder fuer die Dagebliebenen scheinen abstandsregeln nicht zu gelten.
    Bin sehr enttaeuscht und als ich dann heute auch noch von meinen Freunden in Deutschland gehoert habe, das unsere Massenflucht es in die deutschen Nachrichten gemacht hat war’s fuer mich echt vorbei.

    Vielleicht naiv, aber ich hab wirlich daran geglaubt, dass die Menschheit sich aendern koennte. Mehr an andere denken, sich um andere kuemmern (australien ist beruehmt dafuer genau das zu tun) und einfach wieder mehr community spirit zu haben.

    Nein, scheint nicht zu gehen und ich bin sehr entaeuscht weil der 2. lockdown damit eine totale Farce fuer mich ist. Es scheint sich ja eh kaum mehr jemand dran zu halten.

    Ich habe mit meinem Australischen Partner seit Beginn von Covid-19 insbesonders die Distanz Regeln befolgt – und ganz ehrlich das war auch kein Problem fuer uns, ausser manchmal bei Aldi wo wir einfach ueber den Haufen gerannt wurden. Zum Schluss hab ich dann immer einen Einkaufswagen als Prellbock benutzt.

    Drum mein Appell and Euch und alle Eure Freunde: Haltet Euch an die Regeln fuer die naechsten 6 Wochen und dann koennen wir hoffen, dass das ganze Spektakle sich wieder normalisiert,
    Ich hoffe immer noch, dass sich die Menschheit bessert …

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