Lockdown Tag 10: Erfahrungen aus Fiji ändern Perspektive – Krisentipps von Frank Lampert, Deutscher in Queensland

Frank Lampert, ehemaliger Deutscher in Melbourne, teilt seine Top Three Tipps gegen den

Zehn Tage ist Melbourne im zweiten COVID-19 Lockdown und heute teilt der Deutsche Frank Lampert seine drei Top Tipps, um die Oberhand in der für viele schwierigen Situation zu behalten. 16 Jahre hat Frank in Melbourne gelebt, bevor er 2018 aus beruflichen Gründen mit seiner Familie nach Fiji zog. Vor kurzem sind die Lamperts wieder nach Australien zurückgekehrt und leben jetzt in Queensland, von wo aus der Diplom-Betriebswirt Deutsche in Melbourne noch immer liest.

Der erneute Lockdown zeige ganz klar, dass die Gefahr durch COVID-19 nicht vorüber sei und das Fehlverhalten einiger Menschen eine grosse Infektionswelle auslösen könne, meint Frank. Obwohl die neuen Ausgangsbeschränkungen in Victoria keine direkten Auswirkung auf sein Leben in  Queensland haben, einem australischen Bundesstaat, der langsam wieder zur (COVID-19 sicheren) Normalität zurückkehrt, gibt er zu: “Ich denke an viele Freunde und Bekannte in Melbourne, die nun erneut mit dieser Situation leben und umgehen müssen.” 

Was wir an Franks Lockdown-Ratschlägen und seiner Einstellung gegenüber Krisen allgemein, besonders schätzen, ist, dass auch er sie – ebenso wie Jürgen Thomas Schrod – in Relation setzt und uns daran erinnert, das wir unsere Perspektive, in puncto des gegenwärtigen Lockdowns oder einer Krise allgemein, ändern können.  Hier sind seine Tipps.

Weltmeister im Selbstmitleid

 “Konzentrier dich auf das Positive! Neben den weit bekannten deutschen Werten von Fleiss, Pünktlichkeit und Qualität, sind wir leider auch programmiert, oftmals unseren Fokus auf das Negative zu richten. Da sind uns andere Länder – zum Beispiel Australien – weit voraus. Wir sind Weltmeister im Selbstmitleid.  Hier ein Beispiel, das ich vor fast 30 Jahren erlebt habe und das – leider – immer noch Gültigkeit hat:

Buschfeuer in Australien sind katastrophal

1993 war ich als Backpacker in Australien unterwegs und erlebte dort eine ganz schlimme Buschfeuersaison. Menschen verloren buchstäblich alles. Familien saßen auf verkohlten Betonplatten. Dort wo einmal ihr Haus stand. Es war eine Katastrophe. Was mich sehr beeindruckt hat, war die Art, wie die Menschen mit der Situation umgegangen sind. Es hieß “Ärmel hochkrempeln und wieder aufbauen.” Die Menschen waren am Leben, hatten einander und alles andere konnte ersetzt werden.

Im gleichen Jahr zog ich nach Köln und wurde dort Zeuge eines Hochwassers, dass die komplette Altstadt überschwemmte. Ebenfalls eine schlimme Situation für viele Menschen. Im Fernsehen konnte man jammernde Menschen sehen, deren Leben am Ende zu sein schien, da “ihr Keller unter Wasser stand”. Eine “unendliche Katastrophe” und man wusste nicht, wie man jemals darüber hinwegkommen konnte…. Really?

Digitales Spielen – nicht weniger glücklich

In Kontakt bleiben mit Freunden und Familie rät Frank Lampert, Deutscher, der in Australien lebt

Halte Kontakt Freunden und Familie! Ein Lockdown verhindert logischerweise den persönlichen Kontakt mit anderen Menschen. Glücklicherweise leben wir in einer Zeit, in der wir viele andere Medien haben, um in Kontakt zu bleiben. Skype, Zoom, WhatsApp, Viber und andere Messenger erlauben uns trotzdem “nah zu sein”.

Ich beobachte es bei unserer Tochter wie selbstverständlich sie mit ihren Freunden digital “spielt”. Ich bin ein großer Fan vom “draussen Spielen” , so wie wir es gewohnt waren, muss allerdings zugeben, dass unsere Kinder nicht weniger glücklich sind. Ob die Freunde unserer Tochter im gleichen Ortsteil, irgend woanders in Australien, in Fiji oder in Deutschland sind, es spielt für sie keine Rolle.

Wir müssen uns nur aufraffen und den Kontakt aufnehmen. Netflix ausschalten und die Menschen auf den Schirm holen, die uns wichtig sind. Gerade im Lockdown ist es wichtig, mit anderen Menschen zu reden und wir haben alle Möglichkeiten, dies zu tun.

Dankbar und offen für Veränderungen

Sei dankbar und offen für Veränderungen! Mal ganz ehrlich, wer von uns möchte momentan in den USA, Indien, Mexiko oder auch Deutschland sein? Ich nicht! Auch wenn Melbourne momentan im Lockdown ist, unsere Wirtschaft, wie alle anderen weltweit, schwächelt und wir unser gewohntes Leben ändern müssen, wir sind viel besser dran als die meisten Menschen in der Welt.

Für Veränderungen offen sein, ist wichtig, findet Frank Lampert

Wir leben in Frieden. Wir haben ausreichend Lebensmittel.  Wir haben ein Dach über dem Kopf. Wir haben ein Einkommen. Wie viele Länder stellen Jobkeeper und Jobseeker zur Verfügung? Und wir haben den Vorteil eines sehr guten Gesundheitssystems. Ich habe die letzten Jahre in Fiji gelebt und weiß jetzt wie wichtig medizinische Versorgung und ein funktionierender Staat sind.

Als Deutsche sind wir oftmals schwer für Veränderung zu begeistern, “es ist doch alles gut so wie es ist”. Nun denn, das Leben ist voll von Veränderungen und wir sollten diese annehmen.

Krise nutzen, um sich zu fokusieren

Dankbarsein, für das , was man hat, hilft in einer Krise finden viele die in Australien  leben und Deutsch sprechen

Eine Krise ist für mich eine Möglichkeit, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und für mich und meine Familie das Beste daraus zu machen. Und zur Inspiration: “Wir brauchen Krisen, denn sie bringen uns dazu, uns wieder zu fokusieren. Wir brauchen den Schmerz, denn er lehrt uns Dankbarkeit. Wir brauchen Probleme und schlechte Erfahrungen, um herauszufinden, was wir eigentlich wollen.” Autor unbekannt.”

 

Wer sich auf andere Gedanken bringen und mehr über Franks vorübergehende Heimat Fiji erfahren möchte, kann dies beispielsweise hier tun. Der nächste Urlaub kommt bestimmt.

Copyright Deutsche in Melbourne 2020

Stay up to date

Niemals die neuesten Infos, Tipps, Termine und Treffen verpassen!

Sei mit dabei! Wir freuen uns auf dich!

Melde dich jetzt schnell und einfach für deinen Newsletter an.

You May Also Like…

0 Comments

Submit a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *