Lockdown Tag 5: Vom gemeinsamen Skype Beer tasting bis Filme sehen – Krisentipps von Christine Pierk

Christine Pierk, ehemalige Deutsche in Melbourne, gibt die fünften Tipps für den Lockdown

“We are all in this together” war der bisherige Slogan für Australiens COVID-19 Ausnahmesituation und Lockdown. Die Betonung liegt für uns in Melbourne allerdings auf “war”. Während wir im Fernsehen Bilder von Urlaubern in Queensland sehen und E-Mails bekommen über “in person” Veranstaltungen in Sydney, treffen wir Melburnians uns wieder per Zoom und verlassen das Haus nur sporadisch und aus wirklich wichtigem Grund.

Aber: Menschen außerhalb unserer “Lockdown Bubble” denken an uns und fühlen mit uns. Wie beispielsweise Christine Pierk in München. 2014 hat die gebornene Würzburgerin ein Jahr in Melbourne gelebt und gearbeitet. Noch immer ist sie eng mit Freunden in Victorias Hauptstadt verbunden und liest Deutsche in Melbourne regelmäßig, um auf dem Laufenden zu bleiben. Am Tag 5 im Melbourner Lockdown Nummer 2 gibt sie uns Tipps, die ihr im Lockdown in  Deutschland über die Runden geholfen haben. Zum Beispiel “Beer tasting” per Skype gemeinsam mit Freunden auf verschiedenen Kontinente. Wow!

Sehr erstaunt über Situation in Melbourne

“Ich war sehr erstaunt, als die Nachricht vom zweiten Lockdown in Melbourne durch die Medien in Deutschland ging, weil ich dachte, dass die Situation in Melbourne weitestgehend unter Kontrolle ist. Außerdem habe ich gleich an meine Freunde in Melbourne gedacht und ihnen Nachrichten geschickt. 

Hier in Deutschland wird ja viel darüber gesprochen, ob und wenn wann eine zweite Welle kommen wird. Aktuell hat sich unser Leben etwas normalisiert, einige Beschränkungen sind wieder aufgehoben und wir freuen uns über die Sommertage – natürlich mit Abstand und Maske.

Per Skype mit Freunden Filme schauen

Bier tasting per Zoom geht auch im Lockdown

Beim zweiten Lockdown weiß man auf jeden Fall schon mal, was auf einen zukommt – man weiß, was einem gut getan hat und was einem am meisten gefehlt hat. Das ist sicherlich hilfreich, um damit zurechtzukommen. 

Was mir geholfen hatte, waren regelmäßige Skype-Calls mit meinen Freunden und meiner Familie. Gerade weil ich alleine wohne, tat es gut, wenigstens digital, Menschen zu sehen und sich austauschen zu können. Das würde ich auch jedem raten. Wir haben oft zu mehreren stundenlang per Skype gequatscht, Wein getrunken oder sogar einen Film bzw. ein Konzert zusammen geschaut.

Mit manchen Freunden habe ich während des Lockdowns öfter gesprochen als zu normalen Zeiten, denn nun war jeder zur selben Zeit daheim und gerade auch international hatte man nicht das Problem, dass einem die verschiedenen Zeitzonen einen Strich durch die Rechnung machen. So habe ich zum Beispiel mal mittags mit Freunden in Melbourne geskypt, die gerade gemeinsam abends ein virtuelles Beertasting gemacht haben.

Alles machen, wozu sonst nie Zeit ist

Mir hat es auch geholfen, dass ich mir eine To-Do-Liste mit Dingen gemacht habe, zu denen ich sonst nicht komme und die ich in der Zeit erledigen wollte: Fotos aussortieren, Bücher lesen, die Wohnung ausmisten, Tagebuch schreiben, Fotoalben machen, etc.

So kann man die Zeit sinnvoll nutzen, man ist abgelenkt und hat immer etwas vor. Ich habe zum Beispiel ein Corona-Tagebuch geschrieben mit einer Chronologie der Ereignisse, meinen Erlebnissen und Empfindungen verbunden mit Zitaten aus Medienberichten, Fotos und Screenshots kurioser oder interessanter Nachrichten. 

To do Listen machen oder Tagebuch schreiben hilft im Lockdown sagt Christine Pierk

Mittlerweile ist ein ganzes Buch voll und es ist eine halbe Diplomarbeit geworden! Das hätte ich anfangs auch nicht gedacht, aber es macht Spaß, hat mich gut beschäftigt, ordnet die Gedanken und ist sicher für später eine interessante Lektüre. Hoffen wir mal, dass ich mit dem Thema nicht mehr so viele Bücher füllen werden…

Pläne machen für Zeit nach dem Lockdown

Pläne für die Zukunft machen rät Christine PIerk aus München in puncto Lockdown

Wichtig finde ich, Pläne für die Zeit nach dem Lockdown zu machen, damit man sich auf etwas freuen kann. Welches Café möchte man ausprobieren, welchen Ausflug machen und welche Freunde zuerst treffen – Vorfreude ist immer gut und der Lockdown ist ja zeitlich begrenzt, so dass absehbar ist, wann man die Pläne umsetzen kann. 

Vielleicht kann man für das ein oder andere Café oder einen Laden auch schon einen Gutschein online kaufen. Damit unterstützt man die lokalen Shops und ist der Umsetzung des Plans schon einen Schritt näher. 

“Es kommen wieder bessere Zeiten”

Ich wünsche allen, die vom Lockdown in Melbourne betroffen sind, dass sie die sechs Wochen gut überstehen und dass die Stadt die Krise gut meistert. Außerdem wünsche ich natürlich allen, dass sie und ihre Liebsten gesund und wohlauf bleiben. Immer positiv denken – es kommen auch wieder bessere Zeiten!

Herzliche Grüße aus München ins schöne Melbourne”

Übrigens, Tagebuchführen kann man auch ganz einfach mit praktischen Apps auf dem Handy. Einfach mal schauen nach Journey oder Diaro  oder Penzu. Wer gute Tipps hat, um sich nicht vom Lockdown unterkriegen zu lassen, kann uns gern emailen: claudia@deutscheinmelbourne.net. DiM42 in der Subject-Line.

Copyright Deutsche in Melbourne 2020

 

Stay up to date

Niemals die neuesten Infos, Tipps, Termine und Treffen verpassen!

Sei mit dabei! Wir freuen uns auf dich!

Melde dich jetzt schnell und einfach für deinen Newsletter an.

You May Also Like…

0 Comments

Submit a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *