Lockdown Tag 12: Realitätscheck ist jetzt wichtig – Krisentipps von Dr. Birgitta Gabriel von Hamburg nach Melbourne

Life Coach Dr. Birgitta Gabriel schickt ihre Krisentipps von Hamburg nach Melbourne

Von 363 auf 275 ist die Zahl der neuen COVID-19 Fälle in Victoria am heutigen 12. Tag des Melbourner Lockdowns 2.0. Doch Premier von Victoria Daniel Andrews will nicht spekulieren, ob dies der Beginn des Prozesses ist, die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen. Helfen zumindest die Auswirkungen der Krise in den Griff zu bekommen, werden wir auch heute im Rahmen des DiM42-Projekts mit Krisentipps von Deutschsprachigen, die einen Bezug zu Melbourne haben.

Heute ist Dr. Birgitta Gabriel an der Reihe. Birgitta ist mehrfach zertifizierter Life Coach und promovierte Physikerin und bekannt dafür, dass sie Krisen sowohl analytisch und prozess- und Outcome orientiert, als auch mit großer Empathie und behutsam auf Emotionen fokussiert angeht. Viele kennen sie von den beiden Deutsche in Melbourne -Webinaren “Gestärkt aus der Krise”, die wir während des ersten Lockdowns in Melbourne mit großem Erfolg veranstaltete.

Melbourne ist eines ihrer Lieblingsurlaubsziele und eine Stadt, in der sie nicht nur gute Freunde hat, sondern auch ihr Patenkind lebt. Hier ihre Tipps und auch ein Zitat, dass als gebürtige Bremerin, die jetzt in Hamburg lebt, nicht nur ihre lebenslange Beziehung zum Meer zeigt, sondern auch ihre positive Einstellung zu Krisen.

Lockdown-Monopoly: Über Los ohne Geld

Spontan habe ich gedacht “Oh nein! Melbourne hat doch gerade wieder Fahrt aufgenommen” als ich die Nachricht vom zweiten Lockdown in meiner australischen Lieblingsstadt hörte, in der ich bald wieder Urlaub machen wollte. Ein zweiter Lockdown – das ist wie bei Monopoly, wenn man wieder auf Los gehen muss ohne Geld einzuziehen oder bei Mensch-Ärgere-Dich-Nicht rausgeworfen wird und wieder von vorne anfangen darf. 

Lockdown in Melbourne ist wie ein Monopoly Spiel mit über Los und kein Geld, meint Birgitta Gabriel

Und ich habe gedacht, wie schnell sich wieder alles ändern kann, wenn wir die Corona-Spielregeln nicht beachten. Das kann in Deutschland genauso passieren. Alle Konsequenzen, die es beim ersten Lockdown gab, wird es jetzt wieder geben und wahrscheinlich noch spürbarer und härter, weil einige sich noch gar nicht vom ersten Lockdown erholt haben.

Für sich sorgen jetzt unabkömmlich

Gut für sich sorgen, ist wichtig in einer Krise in Deutschland, aber auch in Australien

Mein erster Tipp: Was mir immer hilft, ist eine Situation, die ich selbst nicht verändern kann, nach dem ersten Schock, dem ersten Frust, der ersten Traurigkeit zu akzeptieren. Mit der Akzeptanz sehe ich dann aktiv, wie ich das Beste daraus machen kann. Was kann ich selbst verändern, wie kann ich damit umgehen? Ich setze mich aktiv damit auseinander, wie ich gut durch eine Krise komme oder sie eventuell sogar für mich nutzen kann – was nicht immer geht!

Die aktuelle Situation erfordert von uns allen so viel, dass es in meinen Augen notwendig ist, aktiv den eigenen Zustand zu managen. Ich habe mich in den letzten Monaten immer wieder ganz bewusst in einen guten Zustand gebracht, mich mehrmals am Tag selbst gecoacht. Ich befürchte, dass jemand, der in einer solchen kritischen Situation nicht aktiv für sich sorgt, automatisch in eine Negativ-Spirale gerät. Die aktuellen Belastungen, Veränderungen und Einschränkungen sind einfach zu stark. Wenn Menschen hier ihren alten Stressmustern folgen, wird es hart.

Immer wieder realistischer Faktencheck

 Während Akzeptanz immer mein erster Tipp für den Umgang mit einer Krise ist, hängt mein zweiter Tipp von der Art der Krise ab. Bei Corona mache ich persönlich immer wieder einen Faktencheck: was ist wirklich passiert? Wie sind die Zahlen? Was kann ich tun? Wo kann ich mich genau melden, wenn ich annehme, dass ich infiziert bin? Was genau sind die Symptome? Was genau befürchte ich? Wie wahrscheinlich ist das? 

Immer wieder Fragen und einen Realitätscheck machen, ist wichtig

Krise ist in meiner Welt kein statisches Ding. Wenn wir von „der Krise und ihrer Bewältigung“ sprechen, klingt das nach einem statischen Krisenbild. Aber lebende und soziale Systeme sind ständig in Veränderung. Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass eigentlich die Stabilität der erklärungsbedürftige Sonderfall ist…

A smooth sea never made a skilled sailor

 

Auch ein guter Kaffee kann manchmal entspannen und etwas Gutes tun und etwasG

Mein dritter Tipp: Hier nutze ich alles, was mich schnell in einen besseren körperlichen und mentalen Zustand bringt: Einen leckeren Latte Macchiato mit Karamellsirup trinken, einen kurzen Spaziergang in der Natur machen, eine Freundin anrufen, heiß duschen, eine schöne Zeitschrift durchblättern, Bilder vom letzten Urlaub ansehen, ein Urlaubsbild als Hintergrund auf mein Handy oder den PC-Bildschirm zaubern, meinen Mann umarmen, unsere Blumenwiese beobachten, jemand anderem einen Gefallen tun…

AEine Krise ist für mich immer immer eine Phase in meinem Leben gewesen, die mich stark geprägt und geformt hat und mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin. Ich liebe Zitate, weil sie für mich viel Lebensweisheit auf den Punkt bringen. In Krisenzeiten blicke ich immer wieder auf ein Holzschild, das bei mir Zuhause steht. Der Spruch darauf lautet: “A smooth sea never made a skilled sailor.”

Copyright Deutsche in Melbourne 2020.

 

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