Melbournes bestgehütetes Geheimnis: Herring Island – eine Natur-Oase der Kunst gewidmet & mitten in der Stadt

Von Herring Island aus kann man die Melbourner Stadtkulisse gut sehen

Allein die – wenn auch kurze – Fahrt mit der Fähre ist es wert, Herring Island zu besuchen. Eine Insel mitten in Melbourne von der die wenigsten wissen. Was auf der einen Seite gut ist, denn sie ist eine wunderbare Oase der Natur und Kunst, 3.5 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, die nie überlaufen ist. Auf der anderen Seite ist es schade, denn das Inselchen und seine Kunstausstellungen sind einen Ausflug auf alle Fälle wert! Herring Island – ein  DiM-Insidertipp!

Selbst viele Melburnians kennen die Insel nicht

Simon Fitzpatrick schmunzelt und nickt: “It’s one of Melbourne’s best-kept secrets. Even some people who grew up here don’t know it exists.” Die Rede ist von Herring Island, einer kleinen Insel in Melbournes Stadtfluß Yarra, die nur etwa 3.5 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist.

Seit rund zehn Jahren ist Simon Schiffsführer der kleinen Park Victoria-Fähre. Unermüdlich setzt er von Dezember bis April jeden Samstag und Sonntag sowie an einigen Feiertagen Besucher und Besucherinnen vom Como Landing, gelegen an der Alexandra Avenue, über zum Landestieg der Insel.

Diese ist zwar klein – etwa acht Hektar, was ungefähr elf Fußballfeldern entspricht – lockt dafür allerdings mit ungeahnten einheimischen Flora und Fauna- und vor allem auch Kunst-Erlebnissen. Herring Island ist ein Skulpturen-Park mit einer kleinen Kunstgallerie, in der regelmäßig Kunstausstellungen stattfinden. Gelegen ist ist die Insel auf einem Gebiet, das sowohl von den Wurundjeri People, die eher im Norden Melbournes Zuhause sind, als auch von den “Boonwurrung People” , den traditionellen Besitzern des Landes im südlichen Teil Melbournes.

Australischer Busch in Melbournes Großstadt

Herring Island ist nur per Boot zu erreichen in Melbourne

Setzt man Fuß auf Herring Island und wandert den kleinen Pfad vom Anlegeplatz hinauf, so scheint man einzutauchen in ein ganz andere Welt. Zwar kann nichts das Gebrumme von einer der am stärksten befahrenen Straßen Melbournes ausmerzen. Doch drängt lautes Vogelgezwitscher es zumindest in den Hintergrund.

Der Duft der Eukalyptusbäume, das Knarschen des weichen Bodens unter den Füßen sowie die für Australien typischen grün-braune Naturfarben der Pflanzen, versetzen jeden Natur- und Kunstsuchenden augenblicklich in die Welt des australischen Buschs. Und das, auch wenn zwischen Baumwipfeln die unverkennbare Kulisse der Melbourner Hochhäuser hervorlugt.

Allerdings, was natürlich aussieht, täuscht: Herring Island ist eine künstliche Insel, die es erst seit 1928 gibt. In den 1920ern begann man den Yarra zu begradigen, um die umliegenden Gegenden und Industrie-Gebiete wie Richmond vor ständigen Überflutungen zu schützen. Schlamm, der der von einem benachbarten Basalt-Steinbruch stammte und auf der Insel abgelagert wurde, vergrößerte sie dann nach und nach.

Namensgeber ist Australier Sir Edmund Herring

Eine weitere Täuschung: mit Herringen, den Fischen, hat Herring Island nichts zu tun. Vielmehr ist der Melbourner Lieutenant General Sir Edmund Herring, der von 1892 bis 1982 lebte, der Namensgeber. Er war nicht nur “Chief Justice” am Obersten Gerichtshof Australiens, sondern auch der Vorsitzende der australischen Scouts Organisation. Die Scouts wiederum durften die Insel in den 1950ern nutzen und bauten dort eine Halle.

1970 verließen sie allerdings Herring Island. Der Bau einer Schule dort wurde daraufhin diskutiert, doch letztlich überließ man das Stückchen Natur sich selbst und es begann zuzuwachsen. 1985 schloßen sich die sogenannten Friends of Herring Island zu einem Verein zusammen und begannen mit Park Victoria einen Management Plan zu erstellen, der die Insel zu neuem Leben erwachen ließ und sie als eine Oase für einheimische Flora und Faune neu etablierte. Seit 1997 ist es ein “Environmental Sculpture Park.”

Die deutsche Bildhauerin Ilona Herreiner hat bereits zwei Mal auf Herring Island in Victoria ausgestellt

Jedes Jahr findet von Januar bis April das “Summer Arts Festival” in der Gallerie statt. Die Contemporary Art Society of Victoria präsentiert während vier Ausstellungen Werke von ausgewählten, einheimischen Künstlern. Die in Deutschland geborne renommierte Künstlerin Ilona Herreiner, die mit ihren Werken unter anderem auf der Art Basel und Art Cologne teilnahm, stellte bereits zwei Mal auf Herring Island aus. (Holzskulpturen sind Ilonas Werke)

Neun permanente Skulpturen & Platz fürs Grillen

Neun Skulpturen sind permanente Teile des Skulpturenparks auf der Insel im Yarra in Melbourne

Im Skulpturen-Park befinden sich neun Skulpturen, die man sich auf einem entspannten rund 30-minütigen Spaziergang über die Insel anschauen und teilweise “erlaufen” kann. 

Zwei Werke stammen von dem britischen Künstler Andy Goldsworthy. DiMs Lieblingsskulpturen sind “Falling Fences” von John Gollings mit Samantha Slicer sowie “Tanderum” (Coming Together) von Ellen Jose und “Audience” von Julie Collins.

Und was wäre ein Ausflug in Australien ohne einen Grillplatz beziehungsweise Grillplätze? Die gibt es natürlich auch auf der Insel, sogar mit kleinen Pavillions als Schutz vor Melbournes unbeständigem Wetter, Wind und Regen auch im Sommer. Ideal gelegen übrigens auf einer Wiese, die sich hervorrangend fürs Ballspielen eignet.

Insel-Informationen und Anfahrt

Die Fähre zu Herring Island legt vom Como Landing an der Alexandra Avenue ab, genau dort, wo das Café KANTEEN zu finden ist. Dort gibt es übrigens hervorragenden Kaffee und leckeres Gebäck, das man sich vor dem Übersetzen gönnen sollte, denn auf der Insel selbst gibt es keine Gelegenheit, etwas Eß- oder Trinkbares zu erstehen.

Die Fähre zu Herring Island geht vom Como Landing aus

Die erste Fährfahrt findet gegen 1o Uhr statt. Einen festen Zeitplan gibt es nicht. Schiffsführer Simon legt ab, sobald Besucher am Ufer stehen. Müll muss wieder von der Insel mitgenommen werden. Nähere Informationen auf der Website von Herring Island – auch über die derzeitigen Ausstellungen. Da die Insel zu Park Victoria gehört, sind keine Hunde erlaubt.

Text und Photos: Claudia Löber-Raab, Copyright Deutsche in Melbourne 2021 – Kontakt und Anfragen: claudia@deutscheinmelbourne.net 

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