German Language School Melbourne: Stefan Mummert neuer Schulleiter

Stefan Mommert: neuer deutscher Schulleiter der German Language School der Temple Society MelbourneSeit rund 60 Jahren existiert die German Language School der Temple Society Australia in Melbourne. Derzeit drücken rund 70 Jungs und Mädchen in den zwei Standorten Bentleigh und Bayswater die Schulbank, um fit in Deutsch und deutscher Kultur zu werden. In Zukunft vermutlich noch mehr, denn die Schule kann noch wachsen.

Deutscher in Melbourne, Stefan Mummert, hat seit Januar die neu geschaffene Stelle des Schulleiters inne. DiM lernte den erfahrenen, engagierten und humorvollen Pädagogen aus Hoyerswerda kennen und stellt seine Pläne für die Schule vor, die jetzt zwei weitere Lehrkräfte sucht.

Schulleiter mit Erfahrung an renommierten Melbourner Schulen

Stefan Mummert stellt sein Latte-Glas ab und überlegt. Also, wie alt er jetzt genau ist - 46 oder 47 - da müsse er rechnen, lacht der gebürtige Hoyerswerdaer.  Was der humorvolle Wahl-Melbourner ganz genau weiß, ist etwas, das ihm das Herz eines jeden Elternteils mit schulpflichtigem Kind zufliegen läßt: "Ich bin wahnsinnig gern im Klassenzimmer."

So gern, dass der Pädagoge, der seit Jahren an Melbournes renommiertem Presbyterian Ladies' College Deutsch unterrichtet, im Januar diesen Jahres die neu geschaffene Stelle des Schulleiters der Schüler und Schülerinnen von Stefan Mommerts deutscher Sprachenschule der deutschstämmigen Temple Society in MelbourneGerman Language School der Temple Society Australia in Melbourne angenommen hat.

Etwas ganz Neues gesucht und gefunden

"Ich brauchte etwas ganz Neues", erklärt Mummert, der bereits an Schulen wie dem East Melbourne Language Centre, Colleges in Cranbourne und Glen Waverley sowie einer der besten Privatschulen der Stadt, dem Wesley College, Schülern und Schülerinnen Deutsch beigebracht hat.

Kollegen von ihm hatten die Stellenanzeige der German Language School der Temple Society Australia gesehen und meinten, er solle sich bewerben. Gesagt, getan. Erfolg gehabt. Seit Beginn des Jahres leitet Mummert die zwei Standorte der Schule in Melbournes Stadtteilen Bentleigh und Bayswater.

Kinder, die Deutsch bereits sprechen, und neu lernen sollen

Insgesamt 68 Jungs und Mädchen werden dort unterrichtet. In Zukunft können es sogar mehr sein. In Bayswater findet der Unterricht für zwei Klassen montags und dienstags statt; in Bentleigh für sechs Klassen montags und mittwochs jeweils von 17 bis 19.30 Uhr. Die Schulbank drücken dort Schüler und Schülerinnen von Klasse 1 bis 9. Reine Muttersprachler sowohl als auch sogenannte "DaFler" - Kinder, die Deutsch als Fremdsprache lernen. Damit jeder auf seine Kosten kommt, werden die beiden Gruppen getrennt voDas Lehrerkollegium der German Language School der Temple Society Melbournen einander unterrichtet.

Das Lehrerkollegium besteht neben Stefan Mummert aus sieben Lehrerinnen und Lehrern, deren Muttersprache Deutsch ist. Sie verfügen zum Beispiel über ein Lehramtsstudium oder das "Certificate IV of Community Languages Teaching" und umfrangreiche Lehrerfahrung. Die Schule ist eine vom Staat Victoria komplett als sogenannte "After Hours Community Language School" anerkannte Schule.

Er subventioniert die jährlichen Schulgebühren, die für die Eltern der Schülerinnen und Schüler anfallen.

Weiterbildung der Lehrer wird groß geschrieben

Mummert erklärt, dass der Lehrplan der German Language School der Temple Society Australia dem victorianischen Curriculum folgt. Dazu gehört auch die Lehrerfortbildung. "Für Community Language Schools sind sogar 25 Stunden pro Jahr vorgeschrieben." Das seien fünf Stunden mehr als in non-community Schüler und Schülerinnen der German Language School der Temple Society MelbourneSchulen. Da die Temple Society großen Wert auf die Weiterbildung ihrer Lehrer legt, arbeitet Mummert beispielsweise eng mit dem Goethe-Institut Australien zusammen, der AGTV (Association of German Teachers in Victoria) oder holt Experten wie den Melbourner Education Consultant, Andrew Ferguson, als Trainer für sein Team.

Im Team zusammen zu arbeiten, das ist dem neuen Schulleiter generell sehr wichtig. Hierzu möchte er seinen Kolleginnen und Kollegen in Zukunft mehr Raum schaffen. Die Temple Society hat gerade die beiden Standorte Bentleigh und Bayswater zu einer Schule zusammengelegt. "Das wird sich als gut erweisen. Es macht mehr Sinn," sagt Mummert.  Sein Ziel: "Ich möchte die Lehrer näher zusammen bringen, damit sie sich mehr austauschen können, von einander lernen und zusammen planen."

Viel Arbeit, aber auch viel Spass

Besonders Letzteres ist Mummert ein großes Anliegen: Die Schule - beziehungsweise ihre beiden Standorte - soll einen gemeinsamen, konsequenten, längerfristigen Lehrplan erhalten. Daran arbeitet der Pädagoge momentan. Zusätzlich zu seinen anderen Aufgaben als Schulleiter. Der gebürtige Sachse lacht. "Ich weiß nicht, ob ich mir Stefan Mommert hat nichts gegen den Einsatz moderner Technologie im Unterrichtmeine Stelle so vorgestellt habe. Es gibt so viele Kleinigkeiten, an die man denken muss. Alles landet bei mir," schmunzelt er und zollt Respekt für die ehemaligen Leiterinnen Marianne Herrmann und Doris Frank. Sie hatten die Schulen bisher unbezahlt in ihrer Freizeit geführt. Aber, trotz aller Arbeit: "Es macht viel Spass, alles ein wenig weiter vorwärts zu bringen. Die Schule ist zu meiner Schule geworden."

Seine Augen leuchten auf, wenn er von der freundlichen, familiären Atmosphäre in der Schule erzählt, von Gesprächen mit Eltern mit hohen Erwartungen oder Zeitproblemen, die er managen muss. Oder von Reaktionen auf moderne Technologie, die er verstärkt im Unterricht eingesetzt sehen möchte. "Einige sind total dagegen. Aber sie soll ja den Unterricht nicht ersetzen. Ich sehe es im Presbyterian Ladies' College. Die Schülerinnen sind sowieso an ihren Smartphones. Warum sollen wir sie nicht für den Unterricht nutzen? Es gibt gute Apps und Webseiten, die sich für das Sprachenlernen eignen."

Interesse an Deutschunterricht ist vielschichtig

Schüler und Schülerinnen kommen übrigens aus Familien mit deutschem Hintergrund, beispielsweise mit zwei oder einem von Grundschule bis High School wird Deutsch in der German Language School der Temple Society unterrichtetdeutschsprachigen Elternteil, die mit ihrem Kind Deutsch sprechen. Andere haben in der Grundschule bereits Deutsch gelernt und nutzen neben dem Deutsch-Unterricht in der High School das Angebot der German Language School der Templer, um besser gefördert zu werden.

Es gibt auch auch Jungs und Mädchen, die mit Deutsch noch nicht in Berührung gekommen sind und die Schule besuchen. "Wir haben Familien mit polnischem oder russischem Hintergrund, die möchten, dass ihre Kinder Deutsch lernen oder Kinder, deren Großeltern Deutsch gesprochen haben," sagt Mummert.

Liebe zu Australien während des Studiums entfacht

Schüler wollen aus verschiedenen Gruenden Deusch lernenSeine Liebe zu Australien hat übrigens ein Studienaufenthalt in Sydney im Jahr 1995 entfacht. Damals stand für ihn fest, in diesem Land will er leben. Nach dem ersten Staatsexamen, folgte der Aufbaustudiengang "Deutsch als Fremdsprache". Ein Praktikum in Sydney schloss sich an. Eins führte zum anderen und letztlich war eine australische Schule so begeistert von Mummerts Unterrichtsstil, dass sie 2001 sein Visum sponserte.

Zum Glück für die German Language School der Temple Society, die Mummert jetzt als Schulleiter gefunden hat. Die Schule wurde übrigens vor rund 60 Jahren gegründete. Sie sollte den Kindern der deutschsprachigen Templer, die im Zweiten Weltkrieg aus dem ehemaligen Palästina nach Australien verschifft wurden, die Möglichkeit geben, mit der deutschen Sprache und Kultur aufzuwachsen. Heute zieht die Schule Kinder und Jugendliche aller ethnischen Kulturen in Australien an.

Die Schule sucht derzeit zwei Lehrkräfte. Wer sich bewerben möchte, sollte sich ihre Stellenanzeige auf Deutsche in Melbourne anschauen. Nähere Informationen zur Schule auf ihrer Website.

Text und erstes Foto: Claudia Raab,

Weitere Fotos: Courtesy of Temple Society Australia's German Language School