Zu Ehren der Schweiz: Künstler im Focus der Schweizer Honorarkonsulin

Gäste während des Empfangs zum Schweizer Feiertag in MelbourneMontag, 1. August, in Australien - das bedeutet für die meisten Melbournians ein Montag wie jeder andere. Nicht jedoch für alle Schweizer in Melbourne. Für sie hat dieser Tag eine ganz besondere Bedeutung: Es ist ihr Nationalfeiertag.

Die Schweizer Honorarkonsulin Manuela Erb hat nicht nur die Schweizer Flagge zum Federation Square gebracht, damit diese heute über Melbourne weht. In Zusammenarbeit mit der deutschen Lumas Galerie in Richmond, hat sie anläßlich eines Feiertagsempfangs zeitgenössische Schweizer Künstler in den Blickpunkt in Melbourne gebracht.

Stunde des Rütlischwurs Geburtsstunde der Schweiz

Offiziell feiert ihn die Schweiz seit 1891. Doch das Ereignis, dass für den Nationalfeiertag des Landes den Ausschlag gab, fand viele Jahrhunderte vorher statt: Der Rütlischwur. Was es mit ihm auf sich hat? GanzManuela Erb, Schweizer Honorarkonsulin in Melbourne, lud ein einfach! "Im Jahre des Herrn 1291 zu Beginn des Monats August ...", so heißt es in einem Bundesbrief, trafen sich Gemäss der Legende Abgesandte der Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden auf dem Rütli, einer Wiese, die am Vierwaldstättersee gelegen ist. Dort schworen diese einen Eid, gegen die Vögte der Habsburger, der Österreicher insgesamt und anderer Feinde, der als Geburt der Eidgenossenschaft gilt.

Doch während in der Schweiz der Alltag am 1. August ruht, Reden gehalten, traditionelle Höhenfeuer angezündet und Feste gefeiert werden, verläuft für viele Schweizer und Schweizerinnen in Melbourne das Leben ganz normal; Arbeit und Schule stehen an. Grund genug für die neue Honorarkonsulin der Schweiz in Melbourne, Manuela Erb (im Foto Zweite von links), sich etwas Besonderes einfallen zu lassen. Nicht nur, um die Heimat der rund 6000 Schweizer in Victoria zu feiern, sondern auch, um eine moderne Repräsentation der Schweiz des 21. Jahrhunderts zu zeigen und zu zelebrieren.

Repräsentation der modernen Schweiz

Ganz im Zeichen der Schweiz stand die deutsche Lumas Galerie in MelbourneWas eignet sich dazu besser, als dies anhand einer Kunstform fest zu machen, die ein relativer Neuling in der Schweizer Kunstszene ist: die Schweizer Kunstfotografie. Die ersten Schweizer Galerien, so Manuela Erb, hätten erst in den 1980er Jahren eröffnet.

Aufgrund der Tatsache, dass Schweizer Institutionen, die Fotografie als Kunstform ausstellen, nicht existierten, hätten Künstler im 20. Jahrhundert zumeist in der Werbung oder für Fotomagazine ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.

"Swiss Style" findet sich in Schriftart "Helvetica"

"This objective photography reached new heights with the blossoming of the Swiss Style, a pioneering graphic design style that was developed in Switzerland in the 1950´s. This style preferred objective Das Publikum war international während des Empfangs zum Schweizerischen Nationalfeiertag in Melbournephotography over illustrative drawings", so die Honorarkonsulin, die gleichzeitig daraufhin wies, dass der sogenannte "Swiss Style" auch in der Typography reflektiert ist. Die Schriftart "Helvetica", die 1957 eingeführt wurde, dominiert heutzutage zumeist in Zeitschriften und im Webdesign.

 Abstrakte Formen, monochromatische Bilder, kontrastreiche Strukturen und surreale Situation seien Kennzeichen der subjektiven Fotografie, die in den 1950er Jahren von Deutschland aus in die Schweiz ihren Weg fand, erfuhren die internationalen und vor allem Schweizer Gäste, die zu dem Empfang erschienen waren.

Künstler wie Anna Halm Schudel oder Claudio Gotsch

Speziell für sie zeigte die Lumas Galerie Werke unter anderen von der Schweizerin Anna Halm Schudel, deren Portraits aus uManuela Erb, Sonja Müller und Eugenianzähligen kleinen Portraits bestehen, von Claudio Gotsch, der auf künstlerische Weise mit der Kamera Tiere einfängt, sowie Stephanie Klose, deren Fotografie des gigantischen Matterhorns als Focuspunkt des Abends diente.

Sonja Müller (im Foto rechts neben Galerie-Inhaberin Eugenia(Mitte) sowie Manuela Erb), die für die Lumas Galerie die ausgestellten Werke sowie ihre Künstler einführte, gab dem Abend eine weitere Bedeutung. Gehe es hauptsächlich darum, die Schweiz und ihren Nationalfeiertag zu feiern, sagte die aus Deutschland stammende Wahl-Melbournerin, so biete der Empfang auch eine Möglichkeit zum kulturellen Austausch. "Art connects us", meinte sie - besonders in einer Zeit, in der Werte mit einander in Konflikt stehen.

 Text: Claudia Raab, Fotos: Courtesy of Manuela Erb und Claudia Raab (3,4,5)